Peter Lynn – Weichspüler statt Hardcore
von Redaktion • 29.6.2009 • Kategorie: Traction • KITE & friends bestellen!
Auf der Website von Peter Lynn Products ist etwas über die Vision des Labels zu lesen. Einfaches Handling durch simple Systeme, beständig wie ein Fels in der Brandung und hohe Leistung sind die Kernelemente der Entwicklung. Diese Grundsätze könnten auch Leitmotive bei der Entstehung der Core gewesen sein: Einem einsteigertauglichen Kite mit den Verarbeitungsdetails eines Hochleisters.

Kontrollierte Power: Wheelie mit Moon-Buggy dank (Hard-)Core-Power

Feine, erst in Kappennähe verzweigende Dyneemawaage

Schicke Rucksäcke sind das „Zuhause“ der Cores

Cruising mit der Core in unterschiedlichem Terrain bei ablandigem Wind
Die sechs Größen decken den Windbereich von Sturm bis zur schwachen Brise recht fein ab und bieten dem Einsteiger damit ein opulentes Spektrum, passend für seinen jeweiligen Einsatzbereich. Die bei Peter-Lynn-Kites inzwischen gewohnten Rucksäcke fallen bei der Core so stylisch aus, dass man sie gerne in der Freizeit einsetzt. Hochleister-like ist danach aber bereits Schluss mit dem Zubehör, welches man natürlich zusätzlich ordern kann. So kommen wir gleich zur Betrachtung des Schirms, der es – wie angekündigt – in sich hat.
Konstruktion
Modern ist der Aufbau der Serie, bei der die Kites mit ansteigender Größe mehr Streckung und eine höhere Kammerzahl aufweisen. So haben die 1.8er- und 2.3er-Core bei einem Aspect Ratio (AR) von 3.5 bereits 20 Kammern, bei den 3.0- und 4.0-Quadratmeter-Cores sind 22 Kammern auf einen ausgelegten AR von 3.6 verteilt, wobei die 5.1er und die 6.7er bei AR 3.75 ganze 24 Kammern besitzen. Mit dieser Bauweise ist die Core für ihre Klasse nicht nur aufwändiger gebaut, sondern besitzt auch eine sichtbar bessere Ausprofilierung der Kappe als reine Beginnerkites, wie beispielsweise die Hornet. Der saubere Aufbau wird in den Kammern mit Diagonalprofilen und Double-Stitched-Nähten fortgeführt. Ein technisches Highlight ist die vernähte Dyneemawaage, welche nahe am Kite zusammengefasst ist. Dadurch wird eine Reduzierung des Windwiderstands erzielt. Bei den Dirt-Outs hält Peter Lynn weiterhin daran fest, keinen Durchlass an der Endkante einzubauen. Somit kann Sand nur manuell am Boden aus den geschlossenen Kammern am Flügelende entfernt werden.
Flugvergnügen
Das Anleinen mit gleichlangen Schnüren ist ein Kinderspiel und 20 Meter Schnurlänge sind ein gutes Mittelmaß. So steigt die Core gleich mit guter Präsenz auf – auch auf der Bremse. Der Flug im Stand zeigt sich wunschgemäß für einen Allrounder als unspektakulär. Flugstabilität und Lenkverhalten ermöglichen es auch Einsteigern, sich rasch mit der Core vertraut zu machen. Dies setzt sich im Buggy fort, wobei die Serientrimmung bereits leicht an den Bremsen zieht. Da die Waage keine Verstellknoten aufweist, kann das einfach am oberen Vorfach der Handles justiert werden. Wie bei einem ausgewogenen Einsteiger-Kite üblich nimmt die Core auf dem Buggy Fahrt auf und ist dabei stets gut kontrollierbar. Angenehm ist, dass der Seitenzug auch bei hoher Geschwindigkeit moderat bleibt. Halsen gelingen problemlos und das Steuerverhalten über die Bremse bleibt gut einschätzbar, wenn es auch nicht sonderlich direkt ist. Wer allerdings enge Spins fliegen will, muss kräftig reinlangen, wobei eine Zugerhöhung eher über die Bremsen als durch Loops oder Schwenken zu erreichen ist. Zieht man zur Drehung die Bremse sehr stark, so beginnt die Core – vor allem bei den mittleren Größen – zu propellern, wie man es von einigen Hochleistern her kennt. Doch auch hier ist der erneute Druckaufbau stets kontrolliert abzufangen.
Angepowert
Die Core wird sicher nicht nur zum unterpowerten Einstieg, sondern auch zum schnellen Kiten im gut angepowerten Zustand gekauft. Hier setzt sich die solide Handhabbarkeit fort. Wer auf Halb- und Raumwindkurs richtig beschleunigen möchte, der sollte die Serientrimmung der Bremse ruhig belassen, denn dann lässt sich nach unserer Erfahrung die beste Performance aus der Core kitzeln. So gelang es uns bei den Tests sogar, auf kleinere Hochleister aufzuschließen, was ein breites Grinsen, aber keine kritischen Fahrsituationen bescherte. Der technische Aufwand bei Waage und Kammerzahl scheint sich in der Praxis auszuzahlen. Nur beim Aufkreuzen zeigt sich schnell der Unterschied zu den höheren Leistungsklassen. Auch wenn man mit der Core immer gut sein Ziel erreicht, kommen hier die Einsteigerkite-Gene wieder durch.
Für wen?
Die in der Pro-Range eingegliederte Core wird von Vliegerop bewusst von der Access-Range unterschieden. Auch wenn der Kite die Einsteigerbedürfnisse erfüllt und dem Beginner in seinem Flugvermögen entgegenkommt, so ist die Core mit ihrem hochwertigen Aufbau dennoch ein Kite, der bei Endgeschwindigkeit, Qualität und nicht zuletzt der Optik ein Gerät für fortgeschrittene Buggyfreuden ist. Schon aufgrund des Erscheinungsbilds wurden wir bei den Tests des Öfteren gefragt, ob die Core ein Intermediate oder Hochleister sei. Es ist jedem selbst überlassen, dies klarzustellen, oder mit einem Schmunzeln dem Horizont entgegenzusegeln.
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