Interview Bernd Steffensen

von Redaktion • 30.5.2009 • Kategorie: TractionKITE & friends bestellen!

KITE & friendsWer steckt hinter den be­­kannten Kitebuggys namens Booster, Concept oder Cruiser? Was können wir in Zukunft aus der nördlichsten Buggyschmiede der Republik erwarten? Wir haben für Euch beim Konstrukteur und Inhaber Bernd Steffensen von Buggy-Direkt nachgefragt.


Die aktuellen BBS-Buggys Cruiser (vorne) und Concept (hinten)

Per CAD werden die Buggys konstruiert. Hier arbeitet Bernd am neuen Booster

KITE & friends: Wie bist Du zum Buggysport gekommen und wann hast Du Deinen ersten
Buggy verkauft?
Bernd Steffensen: In einem Kurzurlaub im Frühjahr 1997 auf Rømø (DK) wurde ich zum ersten Mal auf diesen Sport aufmerksam. Die Art der Fortbewegung – das unmittelbare Zusammenspiel von annähernder Geräuschlosigkeit und Geschwindigkeit – haben mich sofort beeindruckt, wobei sich mein Hauptaugenmerk in erster Linie auf das Fahrgerät richtete. Durch den Kontakt mit einem bekannten Drachenladen an meinem Wohnort habe ich dann das nötige Grundwissen über den Sport erlangt und in meiner eigenen Garagenwerkstatt einfach losgelegt. Der erste BBS-Buggy entstand. Den Jungs vom Drachenladen hat mein „Erstwerk“ allerdings so gut gefallen, dass ich den Buggy im Tausch gegen einen Drachen gleich wieder los war – diesen Drachen besitze ich als Erinnerung an die Anfänge übrigens immer noch!

KF: Nicht umsonst sind Deine Buggys sauber aus VA-Stahl gefertigt. Woher kommen Dein Wissen und Können im Umgang mit diesem Werkstoff?
BS: Ich bin ausgebildeter Maschinenbauer, habe eine Zusatzqualifikation als CAD-Zeichner und verfüge inzwischen über eine langjährige Berufserfahrung. Im Umgang mit VA-Stahl bin ich einfach in meinem Element. Die kreativen Gestaltungsmöglichkeiten mit diesem Material sind von jeher für mich von großem Interesse gewesen. Das Entwickeln und Bauen der Strandbuggys wurde jedoch schnell zu einem derart umfangreichen Projekt, dass ich diese Arbeit nun schon lange Zeit gewerblich und professionell betreibe.

KF: Für welche erfolgreichen Buggypiloten hast Du den fahrbaren Untersatz gebaut?
BS: Der damalige amtierende Deutsche Meister Kalle Biester war der Erste, der mit einem gemeinsam entwickelten BBS-Buggy lange Zeit auf Erfolgskurs war. Aufgrund seiner Erfahrungen, Informationen und Dank seiner Unterstützung wagte ich dann den Sprung von der Entwicklung des ursprünglichen Buggys für „Jedermann“ zum Profi-Sportgerät. Im Jahr 2000 wurden bereits die ersten drei Plätze der Deutschen Meisterschaft von BBS-Buggys belegt. Im letzten Jahr waren beinahe 40 Prozent aller Masterfahrer mit einem BBS-Buggy unterwegs. Gemeinsam haben wir wegweisende Maßstäbe für die Weiterentwicklung gesetzt. Die erfolgbringende Mischung aus den Erfahrungen der Fahrer, der Umsetzung individueller Wünsche und gemeinsamer, innovativer Ideen ist nach wie vor die Basis für alle meine Produkte.

KF: Beim Concept gehst Du konsequente Wege für den Rennsport. Was sind die wichtigsten Features?
BS: Sicherheit, Stabilität, Qualität, sportliches Design und optimaler Sitzkomfort stehen bei der Entwicklung aller BBS-Buggys im Vordergrund. Die enge Zusammenarbeit mit Masterfahrer Rolf Schäfer hat ganz wesentlich zur Entwicklung und Umsetzung des BBS-Concept beigetragen. Der Concept ist der einzige Buggy auf dem derzeitigen Markt, der über eine Sitzbreitenverstellung verfügt. Diese ermöglicht dem Fahrer eine optimale Einstellung der Sitzqualität und somit eine Verbesserung der Fahrsicherheit. Die einzigartige Bauweise der Vordergabel und die damit verbundene positive Aus­wirkung auf das Vorderrad gewährleisten eine optimale Bodenhaftung.

KF: Nicht jeder fährt am Limit. Was braucht Deiner Meinung nach der „normale“ Buggypilot?
BD: Da denke ich spontan an den BBS-Cruiser als Einsteigermodell. Er ist gut zu handhaben, bietet eine hohe Zuverlässigkeit, absolut sicheren Halt und ist durchaus auch für fortgeschrittene Fahrer tauglich.

KF: Der Booster war lange Zeit Dein Erfolgsmodell. Wird es mit diesem Buggy weitergehen?
BS: Ja, der Booster wird weiterhin das Grundmodell bleiben – „Never change a winning team“!
Der Booster erreicht in seiner bekannten Bauweise und Ausstattung immer noch sehr gute Verkaufszahlen und ist der Intermediate-Buggy in der Produktpalette. Aber die steigenden Anforderungen verlangen innovative Weiterentwicklung und Anpassung.

KF: Was soll sich beim Booster ändern?
BS: Zunächst einmal wurde die Vordergabel komplett überarbeitet. Die Gestaltung der Sitzrohre zeigt sich in einer anderen Form und die gesamte Sitzgeometrie wird damit verändert. Alles in allem wird sich der neue Booster also optisch deutlich vom Grundmodell abheben. Dieser Sport zeigt sich mir immer wieder als eine spannende Herausforderung. Innovative Produktionsverfahren wie die CAD-Technik unterstützen die Entwicklung und Qualität meiner Arbeit und es macht mir einfach auch nach wie vor viel Spaß, ständig über Veränderungen und Optimierungen nachzudenken und diese umzusetzen. Ich freue mich auf die bevorstehende Saison. Mal seh’n, was geht.