Entdecke die Möglichkeiten! – Hydra von HQ-Powerkites
von Redaktion • 14.12.2009 • Kategorie: Traction • KITE & friends bestellen!
Mit der neuen Hydra bereichert HQ-Powerkites den Markt der Trainerkites um die erste wasserstartfähige Variante.
Handelt es sich bei der Namensgeberin aus der griechischen Mythologie um eine neunköpfige Seeschlange, so sind bei der
Hydra aus Rastede keinerlei antike Spuren zu finden. Im Gegenteil: innovative Details prägen das Bild. Wie eine solche
Seeschlange denn nun schwimmt und vor allem auch fliegt, wollen wir jetzt genauer untersuchen.

Mittels der vernähten Waage abgespannt, formt sich das recht dicke Profil sauber aus

Mit einem sanften Ruck löst sich die Hydra 350 von der Wasseroberfläche

Der Rückwärtsstart über dem Wasser fällt mit der Hydra 300 etwas leichter, da sie kompakter gebaut ist

Beide Größen der Hydra im Größenvergleich, die orangefarbene 300er und die grüne 350er

Die beiden Seeschlangen, noch verpackt in den robusten und schicken Rucksäcken

Mit der griffigen Bar hat man die Hydras allzeit im Griff und im Notfall verhindert die Safetyleash Schlimmeres

Durch die mit einem Ventil versehenen Lufteintrittsöffnungen gelangt die Luft in den Kite, aber nicht mehr hinaus

Damit die Luft beim Zusammenpacken entweichen kann: der Reißverschluss mit „Schlauch“ aus Tuch

Vernähte Dyneema-Waageschnur, soweit das Auge reicht. So wird einem Verhängen der Waage entgegengewirkt

Die Anreise zum Drachen-, Verzeihung, Schlangenbändiger tritt die Hydra, welche in zwei Größen erhältlich ist, in einem stabilen Triangel-Rucksack an. Darin findet man dann die Matte selber, fertig angeleint, zudem die 50 Zentimeter messende Controlbar, auf der auch die Dyneema-Flugschnüre von 25 Meter Länge aufgewickelt sind, sowie eine sehr ausführliche Anleitung, welche in vorbildlicher Weise keine Fragen offen lässt.
In der Geschlossenen
Liegen die Schirme dann ausgebreitet vor einem, fällt als Erstes die Closed-Cell-Bauweise auf – was bedeutet, dass die Leitkante bis auf zwei Ventile komplett geschlossen ist und die Kammern nur durch diese zwei Öffnungen belüftet werden. Dank eines Ventilsystems kann die einmal in den Kite gelangte Luft nicht mehr entweichen, was die Wasserstartfähigkeit ermöglicht. Die Öffnungen selber sind mit Gaze „verschlossen“, die wiederum von heißgeschnittenem Dacron eingefasst ist. Aus hochwertiger, ummantelter Dyneema-Waageschnur, die ausnahmslos vernäht wurde, setzen sich sowohl Haupt- als auch Bremswaage zusammen. Kontakt zum Schirm wird durch zwischen die einzelnen Paneelteile eingenähte Gurtbandschlaufen hergestellt. Rundum saubere und robuste Näharbeiten fügen bei beiden Größen der Hydra, der 300er und der 350er, die 15 recht großen Kammern zusammen. Die Schleppkante ist zusätzlich mit Nahtband verstärkt. An den Wingtips, den Flügelenden, findet man zudem noch mit Klettband verschlossene Dirt-Outs, über die man eventuell in den Schirm gelangte Fremdkörper entfernen kann.
Auf der Rückseite des Schirms, der im oberen Teil das geschwungene Design der Vorderseite wieder mit aufnimmt, stößt man auf ein weiteres, eher ungewöhnliches Detail, nämlich einen langen Reißverschluss, der zur Entlüftung des Schirms beim Zusammenpacken dient. Hinter ihm befindet sich ein Schlauch aus etwas weicherem Tuch, der aus dem Kite herausgezogen wird, damit die Luft sauber entweichen kann. An der gesamten Verarbeitung bleibt nichts auszusetzen. Unsterblich wie ihre mythologische Namensgeberin wird die Hydra zwar nicht sein, aber einer langen Lebensdauer steht sowohl konstruktiv als auch verarbeitungstechnisch nichts im Wege. Würde jetzt noch ein Bodenanker dem Paket beiliegen – es blieben kaum noch Wünsche offen!
(Ab-)füllen
Nach erfolgter Inspektion geht es auf zum Probeflug. Die beiden Steuerleinen und die Bremsleine sind schnell von der Controlbar abgewickelt, die auch an den Modellen der Rush-Pro-Serie aus gleichem Hause zu finden ist. An der Bremswaage findet man eine Knotenleiter, an der die Wirkung der dritten Leine einzustellen ist. Im Auslieferungszustand war sie auf dem letzten, längsten Punkt angebuchtet; laut Anleitung stellt der mittlere Knoten den Grundzustand dar. Will man die Hydra dann einfach durch Anziehen starten, bemerkt man schnell eine konstruktionsbedingte Eigenart: Die Befüllung der Kammern ist durch die beiden Ventilöffnungen nicht ganz so schnell erledigt wie bei einem Open-Cell-Kite – gerade bei weniger Wind ist man gut beraten, dem Kite am Boden ein wenig beim Befüllen zu helfen, indem man beispielsweise die Kammern etwas von Hand auseinanderzieht. Gerade im Bereich der Ventile ist das sinnvoll, da sich diese im zusammengepackten Zustand gerne etwas fester verschließen. Sichert man die Handschlaufe der Sicherheitsleine mit einem Bodenstecker, kann man diese Prozedur ohne Probleme vornehmen. Die Hydra wird sicher am Boden verweilen.
Ist dann ein gewisser Vorfüllgrad erreicht, wird die Handschlaufe der Sicherheitsleine am Handgelenk befestigt und der Schirm angezogen. Durch mehrfaches Pumpen an den Leinen füllt sich der Kite weiter, bis man irgendwann merkt, dass die Hydra erwacht ist und reagiert. Je nach vorherrschendem Wind geht dies unterschiedlich schnell vonstatten. Besonders im unteren Windbereich sollte man etwas Geduld mitbringen. Diese Eigenheit zeigt sich aber nur nach dem Auspacken der Kites aus ihren Taschen; nachher geht jeder Start, auch nach längerer Pause, reibungsfrei von der Hand.
Beutezug
Fertig gefüllt schmücken nun die orangefarbene Hydra 300 mit 2,6 Quadratmeter und die grüne Hydra 350 mit 3,5 Quadratmeter den Himmel. Beide zeigen auch durch ihr recht dickes Profil direkt ihre Auslegung als Trainerkites. Die Fluggeschwindigkeit ist nicht zu hoch, die Zugkräfte bleiben im Rahmen und an den Leinen erhält man ein sauberes Feedback, sodass sich schnell das Gefühl der Kontrolle einstellt. Dazu trägt auch die gutmütige Zugentwicklung bei, wenn der Wind auffrischt. Lenkbewegungen werden in keinster Weise hektisch umgesetzt und durch die Closed-Cell-Auslegung gelingt es einem auch nicht, die Schirme durch zu starke und schnelle Lenkbewegungen zum Kollabieren zu bringen. Das Low-End – der untere Windbereich – fängt bei der Hydra 350 erwartungsgemäß etwas früher an, erfordert aber doch ein wenig Gefühl an den Leinen. Ab 2 bis 3 Windstärken sind die beiden Trainerkites dann in ihrem Element. Und frischt es weiter auf, kann das Kräftemessen beginnen. Der Druckaufbau ist nie ruppig, man bekommt schnell ein Gefühl für den Wind und seine Kräfte.
Dreier macht flott
Die Hydra ist als Dreileiner ausgeführt, also mit einer zusätzlichen Sicherheitsleine. Durch einfaches Loslassen der Bar rutscht diese auf der Safetyleash nach vorne, wo sie dann gegen einen Puffer und einen Stopperball stößt. Das klappt in der Praxis wunderbar, auch wenn der Puffer gerne etwas mehr puffern dürfte. Bei stärkeren Winden ist der Schlag, den der Arm über die Handschlaufe erfährt, nicht unbedingt angenehm. Mit entsprechender Einstellung der dritten Leine an der Bremswaage ist der Schirm aber sofort nahezu drucklos, rollt sich etwas zusammen und sinkt langsam zu Boden. Zieht man die Bar dann wieder zu sich heran, entfaltet sich die Hydra und es kann weitergehen. Ebenso kann der Kite aus nahezu jeder Position wieder restartet werden, indem man an der Safetyleash zieht, bis der Schirm sich wieder in die normale Startposition gedreht hat.
Schwere Jungs
Doch das war bis jetzt alles nur die Pflicht, nichts, was andere Trainerkites nicht auch können. Also ab auf das Revier der Hydras: ins Wasser. Und ja, sie schwimmen! – und das ziemlich gut. Durch die Ventiltechnik fallen die Schirme auf dem Wasser nicht zusammen und können somit fast immer neu gestartet werden. Der Rückwärtsstart auf dem Wasser bedarf aber etwas Übung. Hat man einmal den Kniff raus, geht es leicht von der Hand. Nach der Kopflandung auf dem Wasser empfiehlt es sich jedoch, den Kite direkt in die normale Startposition zu bringen, denn je länger er kopfüber auf dem Wasser verweilt, desto schwerer wird dies. Man sollte nur nicht außer Acht lassen, dass die Hydras durch den Wasserkontakt schwerer werden, und somit auch mehr Wind zum Starten und Fliegen brauchen. Daher ist es ratsam, ihnen nach ausgiebiger Wasserspielerei ruhig mal die Möglichkeit des Trockenfliegens zu geben. Auch wenn das schwerfällt, denn die Kites laden geradezu dazu ein, ausgiebig mit dem Element Wasser zu spielen. Wird der Schirm nach Ende des Flugvergnügens nass eingepackt, ist es empfehlenswert, ihn zu Hause wieder auszupacken, auszubreiten und vernünftig trocknen zu lassen.
Gambler
Durch die Kombination der Wasserstartfähigkeit mit den weiteren Flugeigenschaften und der zusätzlichen Sicherheit der dritten Leine bietet sich die Hydra-Reihe als Trainerkite für das Kitesurfen an. Angehende Kitesurfer können mit ihr das grundsätzliche Kitehandling üben, das Verhalten von Kites auf dem Wasser kennenlernen und sich auch schon mittels der Kraft des Windes durchs Wasser ziehen lassen. Aber auch für andere „Spielkinder“ offenbaren sich Möglichkeiten, seien es der einfache Body-Drag an Strand oder Badesee (natürlich ohne Gefährdung Dritter!), der Antrieb von Kajak, Schlauchboot oder Lkw-Reifen auf dem Wasser durch Windkraft, oder einfach nur der Spaß am Spiel mit Wasser und Kite. Und was kostet der innovative Spaß? Mit 189,– Euro für die Hydra 300 und 225,– Euro für die Hydra 350 sind die Kites auf den ersten Blick kein Sonderangebot. Doch aufgrund von Materialwahl, Ausstattung und Verarbeitung ist der Preis definitiv gerechtfertigt.
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