Ideengeber des Sports – Interview mit Christoph Fokken

von Redaktion • 16.8.2010 • Kategorie: LenkdrachenKITE & friends bestellen!

Christoph Fokken
Mancher kennt seine Modelle aus den glorreichen 90ern des Drachensports, etwa Tramontana, Jam Session oder Symphony. Neben tollen Stablenkdrachen und Einleinern wie dem KIRK machten Christoph Fokkens Speed-Matten wie Lycos und Wasabi unter dem Label Spiderkites jüngst von sich reden. Wir fragten nach:


Auch nach Jahren geht Christoph mit Freude und Begeisterung an das Konstruieren von Drachen heran

Seine Kleinserien, wie er Atrax 0,65 sind exklusiv bei www.spiderkites-shop.de zu bekommen

KITE & friends: Hallo Christoph! Du bist einer der bekanntesten Drachen- und Windspiel-Designer und hast zahlreiche Kultdrachen wie zum Beispiel den Tramontana entwickelt – wie bist Du überhaupt zum Drachenbauen gekommen?
Christoph Fokken: Mein Vater ist gebürtiger Borkumer. Da liegt es nahe, dass ich schon als Kind immer wieder mit einfachen Drachen zu tun hatte. Da diese damals meist aus Kunststoff oder Holz waren und nicht gerade viel Wind vertrugen, mussten sie ständig repariert werden. Ich half meinem Vater damals bei den Reparaturen. Irgendwann fing ich an, direkt nach dem Kauf Verstärkungen anzubringen und die Drachen zu verbessern. Später, während der ersten großen „Drachenboom-Zeit, kam ich dann dazu, neben meinem Studium in Drachenwerkstätten und Drachenläden im Ruhrpott zu arbeiten. Das war eine richtig tolle Zeit damals! Von dort aus zog es mich dann zu zahlreichen weiteren Drachenmanufakturen, auch im Ausland.

K&f: Seit 2005 bist Du als freier Drachendesigner und Consultant tätig?
Christoph: Ja, nachdem ich 14 Jahre bei Invento-HQ als Chefentwickler tätig war, fühlte ich, dass es weitergehen musste. Seither berate ich mehrere Drachenhersteller zu ihrer Produktion und kümmere mich auch um den Herstellungsprozess in den jeweiligen Herstellerländern.

K&f: Du hast auch eine eigene Marke: „Spiderkites“?
Christoph: Ebenfalls seit 2006 bieten wir unter dem Logo Spiderkites Sportlenkdrachen für Anfänger bis Profis an. Ziel war es, qualitativ hochwertige Drachen zu einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis anzubieten.

K&f: Wir haben gesehen, dass Spiderkites über Wolkenstürmer in Hamburg vertrieben wird. Wie kam es dazu?
Christoph: Wolkenstürmer bot sich dafür einfach gut an, da ich auch seit einiger Zeit für die Firma als Consultant tätig bin. Mit Wolkenstürmer konnten wir zahlreiche Händler erreichen, um Spiderkites näher an den Kunden zu bringen.

K&f: Uns ist aufgefallen, dass sich die Qualität bei Wolkenstürmer-Produkten seit Beginn der Zusammenarbeit mit Dir stark verbessert hat und inzwischen der anderer namhafter Hersteller in nichts mehr nachsteht. Was war Deine Rolle dabei?
Christoph: Wolkenstürmer lässt, ebenso wie andere bekannte Hersteller, die ich berate, einen Großteil der Produkte nun in China in einer bestimmten Fabrik herstellen. Ich habe mich auch vor Ort stark darum gekümmert, dass die Produktion nun qualitativ gute Produkte liefert. Das Problem dabei ist, zu sehen, was die Leute dort können, welche Stärken und Schwächen sie haben und daraus ein Konzept zu kreieren, das funktioniert. Dies ist zugegebenermaßen nicht immer einfach, weshalb auch ein Teil der hochwertigen Produkte in Europa gefertigt wird.

K&f: Seit Kurzem ist auch der, übrigens unserer Meinung nach sehr gut gelungene, neue Spiderkites-Webshop offen (www.spiderkites-shop.de). Dabei ist uns aufgefallen, dass neben den neuen Produkten wie Atrax 2, Wasabi und Tarantula auch handgefertigte Spiderkites angeboten werden?
Christoph: Richtig! Die Idee dahinter war, den Kunden, wenn sie dies wünschen und bereit sind, den Mehrpreis dafür zu zahlen, Drachen auf höchstem Fertigungs-Niveau anzubieten. Dabei ist es auch möglich, Sonderwünsche zu realisieren, welche aus der normalen Produktion heraus undurchführbar wären.

K&f: Heißt das, dass Du neben freier Farbwahl auch besondere Kites wie beispielsweise die Speed-Matte Lycos anbietest, um bei Wettkämpfen damit teilnehmen zu können?
Christoph: (*lacht*) Ja, die Matte würde mit einer speziellen Metallfolie versehen werden, damit der Radarstrahl sie überhaupt erfassen kann. Wer es will, bekommt die Matte dann auch aus Polyester- anstelle von Nylontuch. Dem Kunden muss im diesem Fall allerdings klar sein, dass eine solche Matte aufgrund des Tuchs mit größerer Vorsicht zu fliegen ist als eine weichere aus der Serie.

K&f: Du bist seit Anfang der Speedkite-Wettkämpfe Sponsor von www.speedkiting.eu und nimmst selbst an den Wettkämpfen teil?
Christoph: Ich fand die Idee einfach großartig. Mir gefallen besonders die Spontanität und der freundlich-lockere Ablauf der Wettkämpfe. Das erinnert mich an die Anfänge meiner STACK-Wettkampfzeit, an die ich immer gerne zurückdenke. Da hat noch jeder an seinem Equipment gefrickelt bis zum „Gehtnichtmehr“, hier ist das genau so. Natürlich bieten die Speedkite-Wettkämpfe auch optimale Bedingungen, um meine Produkte am Limit zu testen. Ich kann damit für die spätere Serie zahlreiche Erkenntnisse sammeln. Auf das gute Abschneiden der Lycos bin ich sehr stolz und die Matte wird von den Kunden hoch geschätzt, was mich sehr freut.

Interview: Mark Rauch
Fotos: Stefanie und Mark Rauch