Papagei-Workshop

von Redaktion • 30.5.2009 • Kategorie: EinleinerKITE & friends bestellen!

KITE & friendsIn der vorletzten Ausgabe von KITE & friends veröffentlichte Bernhard Dingwerth den Bauplan seines Papageien. Seitdem ist ein regelrechter Run auf diesen Drachen ausgebrochen, in Internetforen werden Tricks beim Bau und Bilder fertiger Papageien ausgetauscht. Eine Welle der Begeisterung schwappt über das Land und so ist Bernhard ein gern gesehener Gast auf diversen Papageien-Workshops nicht nur in unserer Republik.


Gemeinsames Ausschneiden der Paneele im Vorfeld

Teile eines 3,50-Meter-Papageien

Immer helfend zur Stelle: Bernhard Dingwert

Fertiger Papagei nach getaner Näharbeit

Teilnehmer und Workshopleiter in Kopenhagen

Papageienfamilie am Himmel

Der jüngste Workshop mit Bernhard Dingwerth wurde vom dänischen Verein „Sjaellands Drageklub“ veranstaltet und fand am Wochenende 7./8. März in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen statt. Wobei dieses Datum nicht ganz richtig ist, denn in Wirklichkeit startete die Bauaktion schon zwei Wochen früher. Bereits kurz nach der Be­­kannt­gabe war der Workshop komplett ausgebucht, wobei die meisten Teilnehmer sich für die 7-Meter-Variante des Drachens entschieden und nur wenige den 3,5-Meter-Vogel bauen wollten. Da der große Papagei aber erheblich mehr Arbeit verursacht als sein kleinerer Artgenosse, war schon im Vorfeld klar, dass ein einziges Wochenende nicht ausreichen würde. Bernhard war so nett und schickte ein „Care-Paket“ mit den gesamten Schablonen nach Dänemark, und nachdem der Stoffhändler unseres Vertrauens auch sein Paket auf die Reise geschickt hatte, konnten die mehr als 500 Quadratmeter Spinnaker in Angriff genommen werden. Zwei Wochen vor dem eigentlichen Workshop trafen sich die Mitglieder des Kopenhagener Vereins in den Werkstätten der Schule, in der sich der Verein auch das Jahr über trifft.

Bernhards Schablonen wurden auf dem Boden ausgebreitet und so konnte an das Ausschneiden der knapp 700 Einzelteile gegangen werden. Nur unterbrochen von einer Pizza-Pause wurden so sowohl der Samstag als auch der Sonntag dazu verwendet, Bausätze für die verschiedenen Papageien zusammenzustellen. Um hier überhaupt über die Runden kommen zu können, hatte man zum einen darauf verzichtet, zu viele unterschiedliche Papageien anzubieten. Daher konnten in den Monaten vor dem Workshop die Mitglieder des Sjaellands Drageklubs ihre Vorschläge zur Farbgestaltung einreichen, diese wurden auf der Homepage des Vereins veröffentlicht und anschließend die besten drei Varianten per Abstimmung gefunden. Von diesen drei wurden dann jeweils die 350-Zentimeter- und die 700-Zentimeter-Version für den Workshop angeboten. Zum anderen verzichtete der Klub darauf, dass in dieser Phase des Projekts jeder Drachenfreund an seinem eigenen Drachen arbeitete. Vielmehr war Fließbandarbeit angesagt – und so saß der eine Drachenfreund beim Zuschnitt von 80 Segmenten für die Pupillen, während an anderer Stelle 110 Flügelprofile unter die Schere kamen. Glücklich über die geleistete Arbeit und überrascht von der großen Anzahl schmerzender Muskeln im eigenen Körper waren die Arbeiten für den Zuschnitt am Sonntagabend erledigt und der erste Teil des Workshops damit abgeschlossen.

Eingeschwebt
Am Freitag, den 6. März, ging es dann in die entscheidende Runde. Per Flugzeug schwebte Bernhard Dingwerth in Kopenhagen ein und wurde dort vom Vorsitzenden des Vereins in Empfang genommen. Nach einer kurzen Nacht im Hotel begrüßte Bernhard am nächsten Morgen die Teilnehmer des Papageien-Workshops. 15 Mitglieder des Vereins, zwei davon mit einer Anreise von 800 Kilometer aus Moers am Niederrhein, standen parat, um die elf bunten Tüten mit Spinnaker-Paneelen zu entsprechend vielen Papageien zu­­sammenzusetzen. Nach einer kurzen Einführungsrunde durch Bernhard glühten ab 9 Uhr die Nähnadeln. Unterbrochen lediglich durch eine kurze Mittagspause und die schon fast obligatorische kulinarische Versorgung durch die lokale Pizzabude am Abend, wurde in einem Stück durchgenäht. Die letzten Drachenbauer schalteten die Lampen an den Nähmaschinen kurz nach 3 Uhr in der Nacht ab, um noch ein paar wenige Stunden Schlaf mitzubekommen. Dank der Organisation des Vereins war aber auch das kein Problem, denn speziell für diese nachtaktiven Drachenbauer hatte man ein Hotel nahe zum Veranstaltungsort ausgewählt.

Am Sonntag ging der Workshop dann in seine finale und entscheidende Runde. Doch erst einmal musste gefeiert werden, denn ein Drachenfreund hatte an diesem Tag Geburtstag, und so saß man zunächst in trauter Runde zusammen. Um 9.30 Uhr gab es dann aber keine Entschuldigungen mehr und allenthalben war das Rattern der Nähmaschinen zu hören. Bereits gegen Mittag waren die ersten beiden Papageien in der 7-Meter-Klasse fertiggestellt. Gegen Abend verabschiedete sich dann Bernhard, sein Flug nach Frankfurt duldete keinen Aufschub.

Stablosenförderung
Alle Drachen wurden an diesem Wochenende nicht fertig, und so wie es aussieht, werden sich die Teilnehmer nochmals an einem dritten Termin treffen, um dann die Waage an den Drachen zu montieren. Dennoch: Der Drachenworkshop mit Bernhard Dingwerth war auf der ganzen Linie ein voller Er­­folg. Diejenigen Mitglieder des Drachenclubs, die sich bis dato noch nicht so recht an den Bau eines solchen Drachens gewagt hatten, verloren die Scheu vor der Materie. Und die Mitglieder, die bereits den einen oder anderen Stablosen in ihrer Sammlung haben, konnten ein weiteres „Familienmitglied“ begrüßen.

Bernhard wiederum verstand es hervorragend, alle Drachenbauer in das gemeinsame Projekt einzubinden, Unterschiede im Wissen der Einzelnen auszugleichen und dennoch den Workshop auf Kurs zu halten. So gebührt Bernhard abschließend ein großes Dankeschön für dieses wundervolle Wochenende in der dänischen Hauptstadt, das allen Beteiligten noch lange in Erinnerung bleiben wird.