Kite Runners Kite – Prominenter Drachenspaß
von Redaktion • 1.4.2009 • Kategorie: Einleiner • KITE & friends bestellen!
Mit dem Buch „Drachenläufer“ hat Khaled Hosseini, der amerikanische Autor tadschikischer Abstammung, nicht nur sein Erstlingswerk auf den Markt gebracht; er hat damit auch gleich einen Bestseller geschrieben und die Aufmerksamkeit der Leserschaft auf Afghanistan gelenkt. Aber nicht nur die Aufmerksamkeit der literarisch Interessierten war geweckt, auch die Drachengemeinde hob nicht nur eine Augenbraue – schließlich ist gute Literatur, in der unsere Lieblingsobjekte vorkommen, selten. Nach Buch, Film, Video und sonstigen Merchandising-Produkten gibt es jetzt auch den Drachen zum Film – den Kite Runners Kite.

Mit Schwanz und „Werkstrimm“ ein stabiler Flieger

Die Tasche am Kiel wird mit Klettband geschlossen

Ohne Schwanz und „scharf“ gestellt auch als Kampfdrachen zu fliegen

Der Bambus-Kielstab ist bereits vorgebogen


Dabei ist wohlgemerkt nicht von dem Eddy-förmigen Drachen die Rede, welcher, preiswert von der Produktionsfirma in Fernost produziert, mit dem Logo des Films tausendfach den Markt überschwemmt. Nein, an dieser Stelle soll die Rede von einem Drachen sein, der zwar auch in China seine Produktionsstätte hat, bei dem jedoch weit mehr auf Qualität geachtet wurde. Für letztere garantiert die in Recklinghausen ansässige Drachenschmiede Spiderkites, die von dem Geschwisterpaar Barbara und Christoph Fokken betrieben wird. KiRK, wie der Drachen auch kurz genannt wird, lehnt sich dabei an die afghanischen Originale an, ist aber dennoch ein moderner Kampfdrachen westlicher Bauart.
Eindrücke
Geordert werden kann dieser Drachen in gleich drei Versionen: in Blautönen gehalten mit roter Schwanzsektion, in Rottönen mit einem grünen Schwanzteil und in Gelbtönen mit einem roten Schwanz. Geliefert wird KiRK in einem beigefarbenen Köcher, an dem eine kleine Spinnakerfahne anzeigt, welche Farbe das Modell im Inneren hat. Alleine für diesen Köcher verdient Spiderkites schon ein extradickes Lob. Sehr hochwertig gefertigt, schützt er den Drachen nicht nur effektiv, sondern der Drachenfreund gewinnt auch unweigerlich den Eindruck, etwas sehr Edles in den Händen zu halten. Und dies ist hier definitiv der Fall. Schon fast unscheinbar ist die kleine Rolle, zu der KiRK im Köcher ordentlich gefaltet wurde. Ist der Drachen einmal ausgebreitet, gleiten die Augen des Betrachters neugierig über das Segel. Erster Eindruck – sehr gut. Der gekrümmte Kielstab ist bereits fertig an Ort und Stelle montiert. Lediglich der Spreizstab aus GFK muss noch an seinen Platz gesteckt werden, schon ist der Drachen fertig zum Flug. Zweiter Eindruck – auch sehr gut. Die einzelnen Paneele des Drachens wurden vor dem Zusammennähen mit Klebeband fixiert und anschließend mit einer Segelmachernaht dauerhaft haltend vernäht. Die Außenkanten des Segels wurden mit einer offenen Kappnaht versehen, lediglich der Schwanzteil wurde nicht gesäumt. Dritter Eindruck – immer noch sehr gut. Wichtige Stellen des Segels wurden mit Dacron verstärkt, ohne dass dem Drachen überflüssige Pfunde zugefügt wurden. Zudem wurden Kett und Schuss konsequent beachtet.
Das gesamte Paket wird durch die beiliegende Flugschnur abgerundet. Leider ist diese nur gedreht und nicht geflochten, im Hinblick auf den Kaufpreis geht das aber noch in Ordnung. Alles in allem überzeugt KiRK in der Baubewertung rundherum. Die Geschwister Fokken haben einen klassischen Drachen konsequent mit modernen Materialien umgesetzt und dabei großen Wert auf Qualität gelegt. Kurz und gut – zumindest von der Fabrikation her ist das Projekt „Kite Runners Kite“ vollends gelungen.
In die Lüfte
Ob sich KiRK auch so positiv auf der Drachenflugwiese schlagen wird, zeigt der zweite Teil unseres Tests. Hier angekommen ist der Drachen schnell aufgebaut. Einfach die Spreizstange auf Position gerückt und den beigefügten, 3,5 Meter langen Schwanz am Drachenende angebracht, und schon kann es losgehen. KiRK verfügt über eine voreingestellte Zweipunkt-Waage, die mittels Prusikknoten schnell, einfach und effektiv auf unterschiedliche Windbedingungen eingestellt werden kann. Der Hersteller gibt als vertretbare Windgeschwindigkeiten übrigens den Bereich von 4 bis 20 Stundenkilometer an. Dies ist eine Einschätzung, die wir voll und ganz bestätigen können. Mithilfe der im Set befindlichen Schnur gelangt der Drachen schnell in die Luft. Zwei Leute sind gewiss nicht erforderlich, KiRK startet dankbar auch aus der Hand. In einer gewissen Höhe angekommen steht der Drachen stabil in der Luft, sodass man gar nicht meinen sollte, hier einen Kampfdrachen an der Schnur zu haben. Bei sanftem, auflandigem Wind gelang es uns sogar, drei KiRKs mit einem Abstand von nur wenigen Zentimeter nebeneinander zu positionieren, ohne dass es zu einem Leinenknäuel gekommen wäre. Unglaublich, wie stabil dieser Drachen am Himmel stehen kann.
Wir wollen es wissen!
Dennoch, Spiderkites wirbt mit einem Kampfdrachen, also muss es doch auch möglich sein, diesem Drachen etwas mehr Feuer unter den Flügeln zu machen. Also erst einmal gelandet und alles abgebaut, was irgendwie stabilisierend wirken kann. So wandert zunächst der lange Schwanz in die Drachentasche. Die kleinen Schwänze an den Flügelkanten lassen sich leider nicht abnehmen und bleiben daher bei unserem Versuch erst einmal dran. Zudem wird der Drachen über die Waage ein klein wenig agiler getrimmt. Ab in die Höhe und siehe da – plötzlich hat man einen ganz anderen Drachen in der Luft! Sicherlich, so agil wie seine indischen oder afghanischen Brüder aus Papier und Holz ist KiRK auch jetzt nicht und wird es wohl auch nie werden; ohne Schwanz und mit einer anderen Trimmung ist er aber als Kampfdrachen zu fliegen. Bei Zug an der Leine biegt sich der Körper des Drachens, KiRK stabilisiert sich und fliegt in die vorgegebene Richtung. Wird die Spannung an der Leine verringert, entspannt sich auch das Drachensegel, die Stabilität geht verloren und der Drachen beginnt sich zu drehen. Jetzt liegt es am Piloten, den richtigen Zeitpunkt abzuwarten und exakt in dem Moment die Schnur anzuziehen, wenn die Drachenspitze in die gewünschte Richtung zeigt.
Wohl gemerkt – KiRK lässt sich durchaus als Kampfdrachen fliegen. Da er aber den Spagat zwischen stabil fliegendem Einleiner einerseits und agilem Kampfdrachen andererseits zu bewältigen hat, ist von ihm nicht die gleiche Kampfklasse wie bei seinen indischen Kollegen zu erwarten. Wir würden den Drachen eher als eine Art „Kampfdrachen-Trainer“ bezeichnen wollen. Als solcher verspricht er jedoch Spaß für viele Stunden auf der Drachenwiese.
Was wofür?
Und zum Abschluss, wie gewohnt, die Gretchenfrage nach dem Preis. Hand aufs Herz – was darf ein solcher Drachen, komplett mit Schnur und Köcher geliefert, in einer Top-Qualität kosten? 40,– Euro? 50,– Euro? Weit gefehlt – für 25,– Euro bringt Spiderkites diesen Drachen auf den Markt, und hierfür gebührt der Drachenschmiede aus Recklinghausen nochmals ein großes Lob.
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