Die Zipfelmützen sind da!

von Redaktion • 17.2.2010 • Kategorie: EinleinerKITE & friends bestellen!

KITE & friendsBei dem rassigen Namen „Angelo“ denkt man an einen Italiener oder ­Griechen, der in südlichen Gefilden die Nacht zum Tag macht. Aber die Abende, welche das Männchen namens Angelo in nordfriesischen Gefilden während unseres Tests erlebt hat, waren eher kühl und frostig. Dennoch hat sich unser Mann, welcher mit seinen 3,50 Meter Größe für einen Südländer nun wirklich ein Riese ist, auch bei diesen Witterungsbedingungen bravourös geschlagen, sodass wir ihn mit einer Reise auf die Kanarischen Inseln belohnten. Genauer gesagt: zum Drachenfest nach Fuerteventura, wo er nicht lange allein in die Sonne lächelte – doch erst einmal der Reihe nach in unserem Testbericht.


Das ist Willy, der Schlaumeier unter den Männchen, wie er die Sonne und den blauen Himmel genießt

Gute optische Wirkung und ausreichende Qualität der Nähausführung bei den Applikationen


Das winterliche Abendrot am Westerhever Leuchtturm nutzen wir für ausgedehnten Flugspaß mit Männchen Angelo


Sorgt für Flugstabilität: farblich ­abgestimmter Windsack am Fußende


Heiß geschnittene Kanten der drei Lufteinlässe im Stirnbereich


Öffnung mit Reißverschluss zum schnellen Entlüften nach dem Flug


Verstärkungsbänder im Inneren sorgen für die Formgebung der Männchen und hier zusätzlich für eine solide Waagepunktaufnahme


Beim Drachenfest in guter Gesellschaft: unser Angelo am Lifter

Nachdem bei den Offenen Deutschen Drachenmeisterschaften im Jahre 2008 Karl-Ludwig Oechsler aus Waghäusl mit seinem Männchen den zweiten Platz bei den stablosen Drachen belegte, schafften es Willy, Louis und Angelo Ende letzten Jahres bis ins Lieferprogramm von Colours in Motion. Dies sind drei Gesellen in verschiedenem Dress. Willy guckt im blau-weißen Gewand schlau hinter seiner Brille hervor; Louis ist ein freundlicher Schönling in rotem Pulli mit weißem Kragen, während Angelo keck aus seiner rot-gelben Kombination heraus lacht. Gemein ist allen dreien der 3,50 Meter große stablose Aufbau und der serienmäßige Schleppsack, welcher den stabilen Flug unterstützt und so ein gutes Handling verspricht. Versprochen wird dazu ein Windbereich von 2 bis 6 Windstärken. Und mit einem Preis von unter 200 Euro sind die Kerlchen außerdem erschwinglich.

Alles im Sack
Verblüffend klein sind die Männchen im schlichten Nylonsack verpackt. Beim Ausbreiten fallen einem die drei Lufteinlässe oberhalb des Gesichts
auf, die man zum Befüllen in den Wind halten sollte. Die Kanten der runden Einlässe sind heiß ge­schnitten, genau wie die Ränder des hinter diesen befind­lichen Stofflappens, welcher sich später als Ventilverschluss hinter die Löcher legt und diese verschließt. Verschlossen sein sollte für den Flug auch der Reißverschluss auf dem Rücken der Männchen, durch den man Zugang zum Inneren erhält. Durch diesen geschaut, werden die in Längs- und Querrichtung vernähten Schnüre sichtbar, welche die Form aussteifen und an der Unterseite der Waageaufnahme dienen. Auch die am Mützenzipfel befestigte Lifterschnur ist sorgsam um diese inneren Schnüre gelegt. Mit genügend Saumzugabe gefertigte offene Kappnähte zwischen den Stoffsegmenten des Körpers, sorgsam eingesetzte Augen und aufgenähte Pupillen sowie der applizierte Mund runden den guten Eindruck der Verarbeitung ab. Auch die aus glattem Schnurmaterial eingeknotete Waage gibt keinerlei Anlass zur Kritik. Desgleichen ist vom ­Schleppsack zu vermelden, ­der solide an Kreuzungen der eingenähten Ver­stärkungsschnüre eingeschlauft ist und somit niemals ausreißen sollte, egal wie und wo er sich im Eifer des Flugtags auch zu verfangen vermag.

Hinauf!
Entsprechend optimistisch finden unsere ersten Testflüge statt. Bei sanftem Seewind verzichten wir auf einen Lifter. Gute 10 Stundenkilometer Wind sollte man schon haben, damit Angelo und Co. aufsteigen. Wie bei stablosen Drachen üblich, ist der Leinenwinkel eher flach, was dem Betrachter einen angenehm geringen Abstand verschafft, bei dem die dreieinhalb Meter Höhe überhaupt nicht klein erscheinen. Ist der Wind weniger gleichmäßig, beginnt das Männchen zu tanzen, um dann in heftigen Böen zu beiden Seiten auszubrechen. Zwar rappelte sich Angelo meist selbstständig vom Boden wieder auf, doch für ein friedliches Flugbild – insbesondere beim Einsatz am dicht gehängten Himmel auf Drachenfesten – ist das dann nichts mehr, sodass man bei solchen Bedingungen lieber doch zum Lifter greift.

Spanischer Rodeowind
Während die Temperaturen in unseren Breitengraden ganz tief sinken, ist auf den Kanarischen Inseln in der Regel angenehmes Sonnenwetter. Leider war das Drachenfest im letztjährigen November von starkem Wind geprägt. Entsprechend wenig hing am Himmel über den Dünen Corallejos im Norden Fuerteventuras. Natürlich sollte Angelo für Leben sorgen und so setzten wir auf einen Sled als Lifter, in dessen Schnur wir das farbenfrohe Kerlchen einhängten. Kräftiger Wind von sechs Beaufort wehte ihm um die Nase und in den Böen winkte er stundenlang vom Himmel herab. So absolvierte Angelo auch den Einsatz unter diesen Bedingungen tadellos. Zwar sollten die Handgriffe beim Auflassen und Einholen schon sitzen, aber auch von Drachenfliegern, die nicht so firm im Umgang mit stablosen Einleinern sind, lässt sich das Colours-in-Motion-Männchen dank seiner hervorragenden Flugeigenschaften ohne Probleme handhaben. Damit sind die drei Jungs für den Einstieg in die Welt der Showkites ideal. Nicht zuletzt durch den großen Windbereich kann man sie bei vielen Gelegenheiten in den Himmel lassen. Der Preis ist absolut vertretbar und regt dazu an, sein Männchen nicht lange alleine in der Drachentasche zu lassen, denn die lustige Truppe macht sich in Gesellschaft besonders gut.