Blumen für die Damen – Wolkenstürmers Rosen-Pentasail
von Redaktion • 14.12.2009 • Kategorie: Einleiner • KITE & friends bestellen!
Pentasail nennt sich der neue Drachen der hanseatischen Drachenmanufaktur Wolkenstürmer. Doch halt, kennen wir den nicht irgendwoher? Und richtig – als Jimmy Pentagon und Federviech fliegen schon einige Versionen dieses fünfeckigen Drachens. Was steckt also hinter Wolkenstürmers Pentasail, und wo liegen die Unterschiede zu seinen Brüdern aus der Selbstbausparte? KITE & friends hat einen prüfenden Blick auf die Blume geworfen.

Stabil fliegender Pentasail mit viel Bauschung

Gut gelungen: die Applikationsnähte

Der serienmäßige Fransenschwanz

Jimmy Pentagon war der erste Drachen mit dieser spezifischen Form, der auf den Markt, oder besser an den Drachenhimmel, kam. Jimmy machte sich viele Freunde, denn seine Leichtwindeigenschaften bei gleichzeitig recht stabilem Flug begeisterten die Drachenflieger. Jimmy war sogar so überzeugend, dass schon bald eine verbesserte Version den Himmel über Deutschland zierte – das Federviech war geboren.
Nun also die dritte Version dieses Drachentyps, der Pentasail von Wolkenstürmer. Drei Änderungen gegenüber dem Federviech fallen sofort ins Auge: Zum einen ist der Kiel verschwunden und hat einer Dreipunkt-Waage Platz gemacht. Gleichzeitig wurde dem Drachen ein Fransenschwanz spendiert. Dritte Änderung: Der Spezialverbinder, der beim Federviech am unteren Ende des Drachens platziert war und dessen Herstellung so manchen Drachenbauer ins Schwitzen gebracht hat, wurde durch eine neue, einfachere Spreizenanordnung ersetzt. Was diese Neuerungen bringen, wird sich beim Probeflug auf der Wiese zeigen. Doch erst einmal wollen wir uns den Drachen noch ein wenig genauer ansehen.
Vorhang auf!
Geliefert wird Wolkenstürmers neues Schmuckstück in einem schlichten, schwarzen Transportsack. In diesem findet neben dem Drachen auch eine Flugschnur ihren Platz. Lobenswert zu erwähnen ist hierbei, dass besagte Flugschnur eine Vertreterin der geflochtenen Gattung ist und somit viele unbeschwerte Flugstunden verspricht. Der Drachen selbst besteht aus Nylontuch und wird durch 6-Millimeter-Glasfaserstäbe aufgespannt. Der Spreizstab für den Drachenschwanz ist in unseren Augen vielleicht ein klein wenig überdimensioniert, hält dafür aber auch höhere Windgeschwindigkeiten aus, ohne Schaden zu nehmen. Die Stabtaschen und die Verstärkungen des Segels wurden ausnahmslos aus Dacron gefertigt. Gut gefallen hat uns hierbei, dass Wolkenstürmer weißes Dacron verwendet hat. So entstehen später in der Luft keine störenden schwarzen Flecken auf dem Segel. Das Segel selbst wurde an allen fünf Kanten mittels einfacher Kappnaht umsäumt. Die Rosenpracht auf dem Segel wurde teils als Applikation, teils als Druck ausgeführt. Während die Rose insgesamt und die grünen Blätter samt Stempel mittels einfacher Zickzackstiche auf das Hauptsegel appliziert worden sind, formen sich die inneren Rosenblätter durch einen schwarzen Aufdruck auf dem roten Stoff. Kett und Schuss wurden bei diesen Arbeiten weitestgehend beachtet, die Qualität der Nähte ist für einen Drachen dieser Preisklasse akzeptabel. Lediglich beim Schwanz hat den Näher ein wenig die Lust verlassen. Dieser besteht aus einem Streifen Spinnaker, der nach dem Aufnähen der Längsschnur eingeschnitten wird, sodass Fransen entstehen. Zugegeben, das Aufnähen dieser Schnur ist ein wenig kniffelig; mit der nötigen Sorgfalt sollte dies aber sehr wohl ohne Fehlstiche und Falten möglich sein. Dennoch, den geringen Einstiegspreis der Rose und die mitgelieferte Flugschnur vor Augen, ist die Verarbeitungsqualität des Drachens als gut zu bezeichnen.
Präsentation
Nun muss der Pentasail auf der Drachenwiese zeigen, was er kann. Hier angekommen ist der Einleiner schnell und unkompliziert aufgebaut. Einfach die Spreize am Heck in die dafür vorgesehenen Taschen gesteckt und die beiden Querstäbe eingesetzt – und schon steht die Rose aufgebaut vor einem. 140 auf 120 Zentimeter misst der Drachen übrigens im aufgebauten Zustand. Vorsichtig wird die Rose in den Wind gehalten und macht gleich Lust auf mehr: Also Schnur ran und los! Willig nimmt der Pentasail Höhe auf und stellt sich stabil an den Himmel. Im gleichmäßigen Wind der Nordsee ist der fehlende Kiel überhaupt kein Thema. Aber auch den eher böigen Wind im Binnenland pendelt der Drachen bis zu einer gewissen Grenze gutmütig aus, denn die Bauschung des Segels trägt viel zum stabilen Flug der Rose bei. Und sollte es dann wirklich einmal zu turbulent werden, können Drachenfreunde den recht kurzen Schwanz des Drachens durch einen effektiveren Schleppschwanz ersetzen. Gut gefallen hat uns, dass wir trotz unterschiedlicher Windbedingungen die Waage nicht nachjustieren mussten. Der Pentasail ist hier erfreulich unkritisch. Und sollte doch einmal die Waage nachgestellt werden müssen, ist dies dank Schiebeknoten auch kein größeres Problem. In diesem Sinne ist der Drachen wirklich durchdacht und insbesondere für Einsteiger gut geeignet.
Für 33,– Euro kommt dieser Einleiner in den Handel – ein Preis, der wirklich Freude macht und bei dem man über kleinere Mängel wie die Naht des Schwanzes hinwegsehen kann. Für diejenigen, die es ein wenig größer mögen, hat Wolkenstürmer übrigens noch einen weiteren Pentagon-Drachen im Programm: der Pentasail Turtle misst 172 auf 195 Zentimeter und kostet 78,– Euro.
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