Grömitz – Zauberhaftes Seebad

von Redaktion • 29.6.2009 • Kategorie: EinleinerKITE & friends bestellen!

Kite RunnersDie Osterzeit ist nicht nur für Kinder eine ­spannende Angelegenheit. Der Winter ist ­endlich überstanden, die kalten, ­dunklen Tage sind ­passé. Die Natur erwacht zu neuem Leben und gleichzeitig regen sich frische Energien bei den Drachenfreunden, und sie wollen endlich mit den neuen Kreationen an die Luft. ­Osterzeit ist somit auch Drachenzeit – und wie ­geschaffen für ein Drachenfest.


Die neueste Kreation von Meik Schlenger: der Leuchtturm

Dirk Stübinger packt an

Plastiken von Detlef Bannier

Alles senkrecht in Grömitz!

Das Faultier Sid der Dragon-Kiters

So verwundert es auch nicht, dass ein Drachenfest im Laufe der Zeit zu einem festen Termin im Drachenkalender geworden ist. Die Rede ist vom Osterdrachenfest in Travemünde, welches Jahr für Jahr am Karfreitag startet und erst am Ostermontag seine Pforten wieder schließt. Die Aufregung war groß, als das Gerücht die Runde machte, dass das traditionsreiche Drachenfest in diesem Jahr nicht stattfinden würde. Und wirklich – ein neuer Wind scheint bei den Verantwortlichen in Travemünde zu wehen, Prioritäten wurden neu gesetzt, und die Stadt beschloss am runden Tisch, dass zwei Drachenfeste einfach zu viel für die Kommune sind. Das Ergebnis: das Osterdrachenfest wurde vom Rotstift gestrichen. Eines sei an dieser Stelle jedoch erwähnt: das Drachenfest im Herbst wird auch in diesem Jahr wie geplant durchgeführt.

Was also tun, wenn Travemünde einerseits kein Interesse mehr am Osterdrachenfest hat, sich andererseits aber Drachenfreunde aus dem In- und Ausland schon seit Wochen und Monaten auf diesen Start in die neue Drachenflugsaison gefreut haben?

Seebad Grömitz
Lutz Treczoks, treibende Kraft hinter den Drachenveranstaltungen im Norden, begab sich somit auf die Suche nach einem neuen Partner, der für eine Zusammenarbeit zur Verfügung stehen würde. Fündig wurde er schließlich in Olaf Dose-Miekley, seines Zeichens Chef des Tourismus-Services der Gemeinde Grömitz. Dieses kleine Seebad mit gerade einmal 8.000 Einwohnern liegt etwa 12 Kilometer nordöstlich der schleswig-holsteinischen Stadt Neustadt und sollte also in diesem Jahr den Rahmen für das traditionelle Osterdrachenfest bilden. Im Internet machte die frohe Kunde schnell die Runde, dass mit Grömitz ein würdiger Nachfolger für Travemünde gefunden worden sei, und so stand schnell fest, dass Drachenflieger von nah und fern dem Fest die Treue halten würden. Ein wenig überrascht war Lutz Treczoks dann aber schon. Hatte er ursprünglich mit maximal 90 Drachenfliegern an den vier Festivaltagen gerechnet, fanden schließlich über 150 Drachenfreunde den Weg an die Lübecker Bucht. Vielleicht lag es am schönen Wetter, an den wundervollen Bedingungen, an der guten Organisation oder einfach an einer Mischung aus allen drei Umständen – die Stimmung an den vier Festivaltagen war jedenfalls einfach nur hervorragend. Und gleich das Wichtigste vorweg: Grömitz ist „Bunker-frei“. Störte die Drachenflieger in Travemünde der Hochhauskomplex eines nahen Hotels mitunter gewaltig, gibt es in Grömitz Strand pur. Kein Hindernis lässt hier einen verwirbelten Leebereich entstehen und so gibt es auf dem großen Strand Drachenfliegen in Reinform.

Was zu sehen!
Den Anfang machte dabei ein alter Bekannter am Nordabschnitt des Strands. Oder besser gesagt – die Skulpturen eines alten Bekannten. Detlef Bannier war in den 90er-Jahren bekannt für seine überdimensionalen Skulpturen, auch Aeroplastiken genannt. Detlef fertigte seinerzeit Fabelwesen, Dinosaurier und einige andere Fantasiegestalten aus Spinnaker. Fliegen konnten diese Skulpturen freilich nicht, vielmehr wurden und werden sie mit Hilfe eines Gebläses in Form gebracht und anschließend am Strand befestigt. Leider verstarb der Neubrandenburger viel zu früh und so war lange Zeit ungewiss, ob Detlefs Kreationen jemals wieder auf einem Drachenfest zu sehen sein würden. In Michael Schelesnow fanden die Plastiken schließlich einen neuen Besitzer. Michael, kreativer Kopf hinter dem Team von „Die Kramkiste“, präsentiert aber nicht nur die bekannten Aeroplastiken seines Freundes Detlef Bannier; mittlerweile hat er auch eigene Skulpturen im Angebot. Zum Leidwesen von Michael frischte der Wind von Seeseite den Tag über immer mehr auf, sodass die großen Fabelwesen nach und nach in der Transportkiste verschwinden mussten und am Ende nur noch kleinere Skulpturen am Strand zu sehen waren. Dennoch, auch diese waren ein echter Hingucker und insbesondere die Kinder hatten ihre Freude damit.

Wind marsch!
Des einen Leid, des anderen Freud. Die Drachenflieger hatten natürlich gar nichts gegen den angenehmen, auflandigen Wind einzuwenden. Etwas südlich von den Figuren Banniers scharten sich die Drachenfreunde zusammen und nahmen den größten Ab­­schnitt des Grömitzer Strands für sich ein. Einen guten Teil belegte dabei Bernhard Dingwerth aus Kassel. Der Hesse nutzte die optimalen Bedingungen und kachelte den Himmel voll mit allem Stoff, den er aus den unergründlichen Tiefen seines Drachenanhängers hervorkramen konnte. Lurchi, der Leguan, ein ganzer Schwarm von Papageien und jede Menge Frösche fanden so ihren Weg an den Himmel der Lübecker Bucht.

Leuchtfeuer, Sid und Oktopus
Neben dem Lager von Bernhard trafen wir auf einen weiteren alten Bekannten: Meik Schlenger aus Paderborn zeigte hier seine neuesten Kreationen. Große Aufmerksamkeit erregte vor allem Meikes neuer Leuchtturm, den es gleich in drei verschiedenen Größen zu bewundern gab. Das größte Exemplar hat dabei eine Bauhöhe von 10 Meter. Aber nicht nur die Größe macht’s, auch die Menge hat einen gewissen Einfluss auf das Auge des Betrachters. Als ob sechs Leuchttürme nicht genug wären, setzte Meike noch einen drauf und stellte eine Kette aus zehn Pinguinen an den Strand. Ebenfalls nagelneu war die jüngste Kreation der Dragon-Kiter. Diese Gruppe besteht aus Anke, Ingo und Peter Schuldt samt Elke und Bernfried Mollenhauer. In Grömitz präsentierten sie ein 6,5 Meter messendes Faultier Sid, das 50 Quadratmeter Stoff „verschlungen“ hat.

Ice Age hat somit auch Einzug in die Drachenwelt gehalten. Mit 50 Quadratmeter Stoff gaben sich die Berliner Drachenfreunde gar nicht erst ab. Vertäut an einem großen Bagger zogen die Drachenfreunde aus der Hauptstadt einen Oktopus der Marke XXL an den Himmel. Sind Lynn-Originale mit bis zu 45 Metern Länge schon nicht gerade kleine Drachen, steigern die Berliner dies noch – stolze 60 Meter misst deren Oktopus!

Kinderfreuden
Neben all diesen wundervollen Drachen warteten noch weitere Attraktionen auf die Zuschauer. Derek Kuhn aus England versorgte die Kinder mit einem Drachenworkshop, und am Ostermontag fand die traditionelle Suche nach dem goldenen Ei statt. Hierzu wird an einem abgesperrten Strandabschnitt ein goldenes Osterei versteckt und anschließend der Ansturm der Kinder auf besagtes Feld losgelassen. Auf den Finder des goldenen Eis wartet dann eine Überraschung. Dumm nur, wenn die Organisatoren sich selber nicht den Ort des Versteckes merken – und so gilt das goldene Ei bis heute als verschollen.

Alles in allem war die Premierenveranstaltung des Osterdrachenfests in Grömitz ein voller Erfolg. Mit weit über 200.000 Besuchern war schnell klar, dass diese Veranstaltung 2010 an gleicher Stelle eine Fortsetzung erfahren wird. So findet das Osterdrachenfest 2010 vom 2. bis zum 5. April erneut in Grömitz statt.