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	<title>KITE &#38; friends &#187; Lenkdrachen</title>
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	<description>Kites und Friends – Zeitschrift für Kites, Buggys, Matten, Szene, News und Test</description>
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		<title>Wolsings Maxime: 12 Meter großer Flaki-Lenkdrachen</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Dec 2011 16:41:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lenkdrachen]]></category>

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		<description><![CDATA[Ja, es scheint an ein Wunder zu grenzen. Doch wo und wann ist es geschehen? Als der wohl größte Stablenkdrachen der Welt im Juli 2011 in St. Peter-Ording abhob, um erstmals, von einem einzelnen Piloten gesteuert, kontrollierte Loopings zu&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="wp-content/files/lenkdrachen_0112_2/aufmacher.jpg" width="590" style="margin-top:-7px" /></p>
<p><strong>Ja, es scheint an ein Wunder zu grenzen. Doch wo und wann ist es geschehen? Als der wohl größte Stablenkdrachen der Welt im Juli 2011 in St. Peter-Ording abhob, um erstmals, von einem einzelnen Piloten gesteuert, kontrollierte Loopings zu fliegen? War es, als Erbauer Günter Wolsing ihn auf Fanø im Juni 2005 dem Publikum präsentierte? Oder im Juli des Vorjahres, als der Drachen auf der Wiese erstmals knapp 5 Meter aufstieg? </strong><span id="more-1939"></span></p>
<div id="bilder">
<p><img src="wp-content/files/lenkdrachen_0112_2/01.jpg" alt="" /><br />
<strong>Helge Gosau steuert das imposante Gerät mit voller Konzentration</strong><br />
<img src="wp-content/files/lenkdrachen_0112_2/02.jpg" alt="" /><br />
<strong>Günter Wolsing weiß: Hier muss alles sitzen, damit der Flug gelingt</strong><br />
<img src="wp-content/files/lenkdrachen_0112_2/03.jpg" alt="" /><br />
<strong>Viele Details müssen beim Zusammenbau berücksichtigt werden</strong><br />
<img src="wp-content/files/lenkdrachen_0112_2/04.jpg" alt="" /><br />
<strong>Vorbereitung: Jens und Helge sprechen jeden Schritt am Modell durch</strong><br />
<img src="wp-content/files/lenkdrachen_0112_2/05.jpg" alt="" /><br />
<strong>Der Flaki 9,0 mit buntem Flickwark überzeugt durch Flugbild und Gesamterscheinung</strong><br />
<img src="wp-content/files/lenkdrachen_0112_2/06.jpg" alt="" /><br />
<strong>Da steckt Erfahrung drin: Die Muffen der Spreizen sind mit Klettband gegen Herausrutschen gesichert</strong><br />
<img src="wp-content/files/lenkdrachen_0112_2/07.jpg" alt="" /><br />
<strong>Mit dem dreifarbigen Flickwark-Segel glitzert der Flaki 12,0 im Sommerhimmel</strong><br />
<img src="wp-content/files/lenkdrachen_0112_2/08.jpg" alt="" /><br />
<strong>Ein eleganter Klassiker: Long-Dart-Familie als Gespann</strong><br />
<img src="wp-content/files/lenkdrachen_0112_2/09.jpg" alt="" /><br />
<strong>Günter Wolsings Freude sind seine tollen Lenkdrachen: Wir wünschen ihm alles Gute</strong><br />
<img src="wp-content/files/lenkdrachen_0112_2/10.jpg" alt="" /><br />
<strong>Philipp Münstermann mit fünf Steikis aus Günters „Schmiede“</strong>
</div>
<p>Ganz ehrlich? Das Wunder geschah von Januar bis April 2004 in einem kleinen Dachzimmer in Hamburg-Volksdorf. Dort, wo Günter Wolsing seine Werkstatt öffnete, wo Nähmaschine und Drachenstoff mehr Platz einnehmen als Bett und Kleiderschrank, wo die ehrgeizigen Zeichnungen aus dem vorherigen Herbst zu fliegender Realität werden sollten. Und so entstand Stück für Stück in seiner einzigartigen Flickwark-Technik (Wark ist plattdeutsch für Werk beziehungsweise Arbeit) aus kleinen Einzelteilen im „wilden Verband“ ein wunderschönes und durch die vielen Nähte ausreichend verstärktes Drachensegel in Goldgelb und Schwarz, welches ein pinkes W schmückt und das durch Gazeflächen ein wenig durchlässig ist. Eine Gesamtfläche von 21 Quadratmeter, wohl mehr als das Vierfache der Fläche des Raumes, in dem er gebaut wurde. Bestückt hat Günter den 12er mit einem 20-Millimeter-Kohlefasergestänge, wobei die Leitkanten bereits jeweils 7,25 Meter messen und die untere Spreize auf 8,40 Meter kommt. </p>
<p><strong>Bestätigung</strong><br />
Dass Günter diesen großen Drachen entworfen und von der Schablone bis zum letzten Verbinder gebaut hat, ist das eigentliche Wunder. Die Kühnheit für dieses Tun liegt vor allem in seinen stets wachsenden Drachenfamilien begründet. Nachdem vom Ur-Long-Dart aus dem Jahr 1991 sechs Größen entstanden sind (siehe Sport &#038; Design Drachen 3/94), wurden vom Steiki gleich sieben Größen bis 4,50 Meter gebaut und er hat sich nach oben mit den Flakis ab 5 Meter Spannweite in das Neuland hinein durch immer größerer Ausführungen weitergearbeitet. In KITE &#038; friends 6/2003 berichteten wir bis zum Flaki-7,0 und dem gestreckteren Flaki mit 7,6 Meter, welche überraschend gute Flugeigenschaften aufweisen. Doch auf dem Rückweg von unserem Treffen auf Rømø für eben diese Reportage beginnen bei Günter bereits die Gedanken an einen 9-Meter-Drachen, der noch im gleichen Sommer Realität wird.</p>
<p><strong>Problemfall</strong><br />
Die beiden Großen von Günter werden durch ihre Ausnahmeerscheinung aber leider doch zu einem Problem. Nicht, dass die Konstruktion fehlerhaft oder beim Bau etwas schiefgelaufen wäre. Die größten Probleme sind der passende Wind und das Vorhandensein eines eingespielten Teams, vor allem, wenn der Drachen nach einer Landung wieder in Position gebracht werden muss. Der eigent­liche Grund, dass Ihr erst jetzt wieder etwas von Günters Größten zu lesen bekommt, liegt an meinem Wort, dass ich Günter gegeben hatte. Ich wollte dann wieder berichten, wenn 9,0er und 12,0er geflogen wurden, dass heißt, an langer Schnur und mit kontrollierten Loopings. Gleich bei der Präsentation 2005 auf Fanø sollte das doch gelingen. Doch die sonnigen Leichtwindbedingungen und unsere Ehrfurcht vor der Größe machten uns einen Strich durch die Rechnung. Die Drachen ließen sich starten und hoben gemächlich ab, doch der mäßige Winddruck reichte nicht dazu aus, dass unsere deut­lichen Lenkbefehle ein Heben der jeweiligen Flügel­hälfte bewirkt hätten. So schmierten mir beide Flakis trotz vollem Lenkeinschlag und beherzten Schritten rückwärts einfach auf die Segelspitze ab, was Günter einen Haufen 20-Millimeter-Kohlefaserschrott bescherte. Der heute 83-Jährige nahm es äußerlich gelassen. Ich kann mir aber vorstellen, dass er innerlich genauso kochte wie ich. Es war eine Wut gegen mich selbst, die noch umso größer gewesen wäre, wenn ich damals schon geahnt hätte, dass diese Fehleinschätzung in Verbindung mit meinem sturen Ehrgeiz sechs Jahre Zeit ­kosten würde.</p>
<p><strong>Alles perfekt?</strong><br />
Wir wussten also, dass mindestens drei Windstärken nötig sein würden, um die großen Flakis in der Luft lenken zu können. Vor allem bei Günter kam die Unsicherheit auf, ob es einem einzelnen Piloten mit seiner limitierten Armspanne überhaupt möglich wäre, einen Looping einzuleiten. Der ­Mindest­wind machte es noch wichtiger, dass beim Bodenpersonal jeder Handgriff sitzt. Denn wenn – wie im Juli 2009 – bei gegen vier Windstärken ­auffrischender Brise nur ein Flügelende des 12ers außer Acht gerät, ist der Crash vorprogrammiert, bevor der Drachen überhaupt in Startposition ist. Aller­­­dings hatte ich im April 2008 bereits mit dem Flaki 9,0 großes Glück. Günter hatte den Drachen bei mir an der Nordsee gelassen und ich konnte spontan die passenden Verhältnisse nutzen. Mit Helge Gosau traf ich einen versierten Lenkdrachen­piloten, der sofort Feuer und Flamme für mein Vorhaben war. So gelang der Aufbau reibungslos und nach einigen Feintrimmungen an der Waage – die jeweils einige zig Zentimeter betrugen – konnten Helge, ich und der dazugekommene Jörg Sattelmacher an 80 Meter Schnur einige Loopings drehen, bis wir alle drei – gestandene Männer, die wir sind – erschöpft, aber glücklich zur Landung ansetzen mussten.</p>
<p><strong>Umsetzen</strong><br />
Die Erfahrungen mit dem 9er hatten gezeigt, dass noch einige Dehnung in der langen Dacronwaage vorhanden zu sein schien, und so tauschte Günter diese gegen eine reckarme Dyneemaschnur aus. Damit war der 12er für einen neuen Versuch gerüstet. Eigentlich war ich mit Günter für einen Test auf der Wiese verabredet, doch leider konnte er aus gesundheitlichen Gründen diese Gelegenheit nicht wahrnehmen. Allerdings sollte ich den Drachen abholen und nach Fanø 2011 mitnehmen. Da während meines Aufenthalts auf der Nordseeinsel die Bedingungen ungünstig waren, wurde es Juli, als ich mich mit Helge Gosau am Strand von St. Peter-Ording für einen neuerlichen Versuch verabredete.</p>
<p><strong>Nach Plan</strong><br />
Der Wind schien perfekt und auch die Sonne leuchtete ebenso strahlend, wie es drei Jahre zuvor beim erfolgreichen Flug des 9ers an gleicher Stelle der Fall war. Bei bester Laune bauten wir aus scheinbar unendlich vielen gemufften Stäben den Giganten der Lenkdrachen auf. Marco Reese und Meike Müller unterstützen uns mit wichtigen Hand­­griffen und wertvollen Ratschlägen. Bevor wir den Kite an die Schnüre nahmen, spielten wir jeden Schritt an einem kleinen Modell durch, um am Boden keinesfalls eine Dummheit zu begehen. Am Startplatz wurde die Waage gecheckt, die Erfahrungen vom 9er eingebracht und ein prüfender Start an kurzen Schnüren versucht. Ja, es lief alles nach Plan! Während sich die drei um den sicheren Stand des Drachens kümmerten, legte ich die 80-Meter-Lenkschnüre aus. Ein bisschen flau war mir schon, denn ich hatte die lange Zeit im Kopf, welche wir auf diesen Moment hingefiebert hatten, aber mir war auch die Verantwortung Günter gegenüber wohl bewusst. Nicht nur, dass wir gut mit seinem „Baby“ umgehen sollten: Für eine ihm bevorstehende Operation wäre eine Erfolgsmeldung doch das Größte, was wir Drachenflieger ihm als Beistand mitgeben könnten.</p>
<p><strong>Ich zog …</strong><br />
Und tatsächlich, nachdem Helge, Marco, Meike und ich nacheinander den Daumen nach oben gerichtet haben und ich somit das Zeichen erhalte, dass der Kite startbereit ist, spanne ich alle Muskeln in meinem Körper, trete einige wenige Schritte zurück und ziehe! Noch sanfter und gleichmäßiger als mein Startimpuls ist die Redaktion des 12ers, denn er richtet sich die letzten paar Grade auf und hebt trotz seines beachtlichen Gesamtgewichts scheinbar schwerelos vom Boden ab, um souverän einer Flugbahn Richtung Zenit zu folgen. Ein völlig unerwarteter Applaus von den zufällig anwesenden Strandbesuchern gibt uns Mut und löst die Anspannung. Jeder scheint wohl verstanden zu haben, dass hier etwas Großartiges passiert. </p>
<p>Einige Bahnen quer zum Boden, bei denen der größte Wolsing-Drachen eine satte Strömung aufnimmt und jeweils am Ende eine Richtungsänderung, bei der ich entschieden mit vollem Armausschlag agieren muss, um den 12er von meinem Wunsch nach einer Drehung zu überzeugen, sorgen für Gewissheit: Die Trimmung ist in Ordnung. Also lasse ich den imposanten Flügel so hoch wie möglich nach oben steigen, was eine gefühlte Unendlichkeit dauert. Aus einer Position schräg links vom Zenit lasse ich den Flaki leicht nach rechts drehen und sobald die Nase ein wenig nach unten zeigt, lenke ich voll ein. Erst scheint alles ganz einfach, doch bei der halben Drehung legt der Zug gehörig zu und ich muss standhaft den Lenkbefehl halten, um die Drehung zu vollenden. Doch er folgt seiner Kreisbahn, steigt am Ende wieder und ja: der Looping ist vollbracht! </p>
<p><strong>Grinsen</strong><br />
Ein dickes Grinsen steht in Helges Gesicht geschrieben, der inzwischen die 80 Meter Richtung Lenkschlaufen hinter sich gebracht hat. Ich bin heilfroh über die Ablösung und Helges Miene nimmt sofort einen konzentrierten Blick an.<br />
Feierlich zelebriert er weitere, weiträumige Loopings. Natürlich haben wir sofort Ideen, wie die Waage noch optimiert werden könnte und sie scheint jetzt auch noch nicht ganz gleich abgestimmt zu sein, aber was zählt ist: Er tut es! Schnell ist auch Helge von den gewaltigen Lenkwegen geschafft, ich übernehme wieder und fliege noch einen Looping, bevor ich landen möchte. Meine Idee eines Snapstalls, der es ermöglich würde, den Kite nach einem Push-Impuls rückwärts gen Boden durchsacken zu lassen, schwindet nach zwanzig Meter, die ich ihm entgegenlaufe, wobei er aber keine Anstalten macht, abzusinken. Für das „Snap“ dieses Stalls muss man wohl ein trainierter 100-Meter-Läufer sein! Ich ändere meinen Plan, gehe rückwärts und bringe ihn mit einem erneuten Looping der Erdoberfläche näher, richte ihn am niedrigsten Punkt mit den Flügelspitzen gleichmäßig zum Boden aus und gehe langsam auf ihn zu. Die Helfer beginnen ebenfalls, Richtung Lee zu laufen – tatsächlich landet der Flaki sanft auf beiden Flügel­spitzen und wird sofort vom Team in eine „Nichtangriffsposition“ gelegt. </p>
<p>Was hat Günter da geschaffen? Es ist ein Erlebnis nahe dem Irrsinn, aber wir sind voller Adrenalin gepumpt und fühlen uns wie Helden. Wären wir in einer Märchensage, dann könnten wir uns tatsächlich feiern lassen, denn wir haben „den größten Drachen seiner Art“ bezwungen.</p>
<p><strong>Es geht weiter …</strong><br />
Gut, die beiden Großen sind erst einmal ins Winter­quartier zurückgekehrt. Doch zum Drachenfest im August sind wieder viele Drachenfreunde am Strand und spontan koppeln wir zusammen, was wir aus Wolsings „Schmiede“ dabeihaben:<br />
Fünf klassische Long Darts in aufsteigender Größe erobern die Lüfte; Thomas und Philipp Münstermann fliegen vier tolle Steikis und wir hängen einfach meinen 4,0er noch dahinter. Es ist toll, sich gemeinsam an diesen schönen Drachen zu erfreuen und wir beschließen, dass 2012 ab 4. August in der Woche vor dem Drachenfest in St. Peter-Ording wieder ein toller Termin ist, gemeinsam Long Darts, Steikis und Co. zu fliegen.</p>
<p>Text: Jens Baxmeier<br />
Fotos: Jens Baxmeier und Marco Reese</p>
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		<title>Lass dich einfach treiben &#8211; Driftin&#8217;</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Dec 2011 11:32:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lenkdrachen]]></category>

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		<description><![CDATA[Drifter – der Name weckte bei mir von Anfang an Assoziationen: eine sommerlich-warme Abendbrise, Abendrot, Barfußgehen am Strand, sanfter Soul, Ruhe und Zufriedenheit … Ob es der neue Leichtwinddrachen aus dem Hause Wolkenstürmer schaffen würde, in dieses behagliche Bild&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="wp-content/files/lenkdrachen_0112/aufmacher.jpg" width="590" style="margin-top:-7px" /></p>
<p><strong>Drifter – der Name weckte bei mir von Anfang an Assoziationen: eine sommerlich-warme Abendbrise, Abendrot, Barfußgehen am Strand, sanfter Soul, Ruhe und Zufriedenheit … Ob es der neue Leichtwinddrachen aus dem Hause Wolkenstürmer schaffen würde, in dieses behagliche Bild zu passen? Der Test wird es Euch verraten.</strong><span id="more-1925"></span></p>
<div id="bilder">
<p><img src="wp-content/files/lenkdrachen_0112/01.jpg" alt="" /><br />
<strong>Black Pearl 6/2011</strong><br />
<img src="wp-content/files/lenkdrachen_0112/02.jpg" alt="" /><br />
<strong>Zephyros 5/2011</strong><br />
<img src="wp-content/files/lenkdrachen_0112/03.jpg" alt="" /><br />
<strong>Toxic 3/2011</strong><br />
<img src="wp-content/files/lenkdrachen_0112/04.jpg" alt="" /><br />
<strong>Auch auf der heimischen Wiese macht der Drifter eine gute Figur</strong><br />
<img src="wp-content/files/lenkdrachen_0112/05.jpg" alt="" /><br />
<strong>Die Jacob’s Ladder verlangt nach Fingerspitzengefühl</strong><br />
<img src="wp-content/files/lenkdrachen_0112/06.jpg" alt="" /><br />
<img src="wp-content/files/lenkdrachen_0112/07.jpg" alt="" /><br />
<img src="wp-content/files/lenkdrachen_0112/08.jpg" alt="" /><br />
<img src="wp-content/files/lenkdrachen_0112/09.jpg" alt="" /><br />
<img src="wp-content/files/lenkdrachen_0112/10.jpg" alt="" /><br />
<strong>Spann-Ende: Die Splitnocken nehmen die Saumschnur und das Leitkanten-Spanngummi auf</strong><br />
<img src="wp-content/files/lenkdrachen_0112/11.jpg" alt="" /><br />
<strong>Sauber: Abgedeckte Spreizverbinder</strong><br />
<img src="wp-content/files/lenkdrachen_0112/12.jpg" alt="" /><br />
<img src="wp-content/files/lenkdrachen_0112/13.jpg" alt="" /><br />
<img src="wp-content/files/lenkdrachen_0112/14.jpg" alt="" /><br />
<img src="wp-content/files/lenkdrachen_0112/15.jpg" alt="" /><br />
<img src="wp-content/files/lenkdrachen_0112/16.jpg" alt="" />
</div>
<p><strong>Erwartungen</strong><br />
Erstmals sah ich ein Vorserienmodell des Drifter am Wolkenstürmer-Stand auf der Spielwarenmesse in meiner Heimatstadt Nürnberg. Und schon damals dachte ich, dass dies ein Kite sein könnte, mit dem jede Menge Spaß möglich wäre. Meine Erwartungen gingen aber weniger in Richtung heiße Tricks, Action und Radikalität, sondern eher, den Assoziationen folgend, in die sanften Stunden. Das lag aber weniger am Namen als an der Form des Drachens. Der Drifter erinnerte mich in seinem Shape an einen alten Liebling, den ich Ende der 90er-Jahre, als man noch echte Schwebedrachen baute, für das Drachenmagazin testen durfte: den Ozone von Prism Designs. Dieser war vom ersten Augenblick an und für viele Jahre einer meiner allerliebsten Kites, und ich besitze ihn bis heute. Er war immer ein Drachen, der dann Spaß machte, der dann ein zufriedenes Grinsen in mein Gesicht brachte, wenn nichts mehr ging und ich so richtig mies drauf war. Dann im Leichtwind Basics fliegen, den Kite gleiten lassen – und alles wurde gut. Die Latte für den Drifter war also hoch gelegt.</p>
<p><strong>Perfektes Tagesende</strong><br />
Um es gleich vorneweg zu sagen: Der Drifter und ich hatten einen tollen Start. Im August machten meine Frau Angie und ich ein paar Tage Urlaub auf Fanø und nachdem sich die Insel zunächst von ihrer rauesten, ungemütlichsten Seite gezeigt hatte, bekamen wir schließlich den ersten herrlichen Sonnentag. Zwar wehte der Wind ablandig, doch flogen wir vom frühen Nachmittag an bis uns die Füße schmerzten und die Lust auf ein kühles Feier­abendbier riesig wurde. Als wir um etwa 20 Uhr vom Strand fahren wollten, kam uns ein Auto entgegen, in dem ein alter Freund saß, den wir seit langer Zeit nicht gesehen und keinesfalls auf der Insel erwartet hatten. Also kehrt, zurück ans Meer und die Leichtwinddrachen für die Abend­brise ausgepackt. Bei mir war es der Drifter, der endlich an die Leinen wollte. Und was dann mit diesem Kite geschah, war einfach toll. </p>
<p><strong>Satt, einfach satt!</strong><br />
Bei etwa 6 Stundenkilometern Wind baute der leichte Wolkenstürmer-Drachen bereits satten Zug an den mitgelieferten Leinen auf. Zwar drehte er, wie man es von Kites für den alleruntersten Windbereich kennt, etwas nach; doch wen das stört, der kann ja die Waage einen Tick flacher trimmen. Während man mit vielen modernen SUL-Kites bei diesem Wind nur in der Windfenstermitte tricksen kann oder verdammt viel laufen muss, durchzog der Drifter bei diesem Windhauch bereits sein großes Windfenster mit souveräner Ruhe. Wie gesagt: Das Gefühl an den Leinen war satt, einfach nur satt.</p>
<p><strong>Tellerflach</strong><br />
Nach ein paar Minuten Eingewöhnungszeit an die sehr kurzen Lenkwege meisterte er saubere Ecken und enge Spins völlig zufriedenstellend. So richtig in seinem Element befand sich der Drifter, als ich erste Bauchtricks mit ihm flog. Tellerflache Axels, 540er, die nur wenige Zentimeter über dem Boden ausgeflogen wurden und Slotmachines, die sich fast nahtlos aneinanderreihten – welch ein Vergnügen! Doch natürlich wollte ich sehen, ob noch mehr machbar war – schließlich ist seit den 90er-Jahren und dem Ozone mehr als ein Jahrzehnt vergangen. Mehr Tricks, radikalere Moves sollten es sein, obwohl ich das an diesem Abend der Glückseligkeit eigentlich nicht wirklich brauchte. Doch die Neugier siegte natürlich. Dass der Drifter sich aus einem flachen Axel mühelos in den Fade ziehen ließ und dort sicher und zufrieden liegenblieb, ließ mich schon wieder strahlen. Das Feierabendbier war übrigens mittlerweile völlig vergessen. Ein Zupfer an der Leine, und der Drifter begann leicht, bereitwillig und wiederum sehr flach im Backspin zu rotieren. Yessss! Also gleich weiter! Auch die Jacob’s Ladder, die nächste Station, war absolut kein Problem. Doch Achtung: Hier verlangt der Drifter nach Gefühl. Radikales Kurbeln und Prügeln mag er ü-ber-haupt nicht. Denn erstens besitzt er ein recht weiches Gestänge, das vor allem beim Comete, den man aber im untersten Windbereich eh nicht zwingend fliegen muss, nach Langsamkeit und dosierten Zugbefehlen verlangt, und zweitens ist es für den Shape mit den tief heruntergezogenen Flügelspitzen typisch, dass man bei der Lazy Susan vorsichtig zu Werke gehen muss, um nicht die Flügelspitzen zu fangen. Yo-Yos hingegen sind, wenn man sie mit der 2-Pop-Methode einleitet, einfach und höchst kontrollierbar. Dank der Safety-Stopper ist es denn auch keine Sache, sich an Mehrfach-Yo-Yos zu versuchen.</p>
<p><strong>Und in der Normalität?</strong><br />
Merkt Ihr etwas? Der Drifter hat mir am Ende dieses ohnehin schon wunderschönen Tages einen perfekten Abend beschert. Was aber würde dieser Wolkenstürmer-Kite daheim, im fränkischen Binnenland, und bei böigem Wind leisten? Ich verrate es Euch natürlich: Mir ging es mit dem Drifter keinesfalls so wie mit manchen Weinen, die in der Sonne des Südens toll und daheim eher fad und leer schmecken. Ich fand ihn auch nach dem Urlaub, in der Normalität des Alltags, toll. Gewiss ist der Drifter kein SUL-Competition-Kite, der schnurgerade Linien zieht und perfekte Winkel an den Himmel zimmert. Er ist auch kein Freestylemonster, das mit Gewicht aufgeschwängert wurde, damit man jederzeit alle erdenklichen Tricks aus den Leinen reißen kann. Vielmehr ist er, genau wie ich es mir erhofft hatte, ein herrlicher Schwebedrachen, mit dem man verdammt viel anstellen kann. Ein Schmusedrachen für die Abendbrise, Wilson Pickett im Ohr und statt des Feierabend­bieres vielleicht ein gepflegtes Glas Rotwein. Ich liebe solche kultivierten Drachen.</p>
<p><strong>Wünsche?</strong><br />
Natürlich habe ich noch Wünsche, könnte ich mir noch Verbesserungen vorstellen, doch gingen diese stark zu Lasten des günstigen Preises. Eine untere Spreize aus konisch-gewickeltem CFK-Rohr stünde dem Drifter gewiss gut zu Gesicht und würde die Ausführung schneller Trickfolgen erleichtern. Aber braucht er das wirklich? Ich denke, dass man diese Tuningmaßnahme leicht selbst durchführen kann, doch ich werde meinen Kite so belassen, wie er ist.</p>
<p><strong>Verarbeitung</strong><br />
Jetzt habe ich so viel geschwärmt, dass die Verarbeitung einmal etwas knapper behandelt werden muss. Alle Näharbeiten am Icarex-Segel sind tadellos ausgeführt, die Stäbe sind sauber entgratet, die Verbinder gestoppt. Lediglich bei den Stand-Offs hat man, da man jedes Gramm Gewicht sparen wollte, auf Endkappen verzichtet. Übrigens: Auch hier werde ich nicht „nachbessern“. Was mich sehr freut, ist, dass die aus Lkw-Plane bestehende Nase des Drifter perfekt und glatt mit den Leitkanten­taschen abschließen, die aus Spinnakernylon faltenfrei mit dem Segel vernäht sind. Abgedeckte Leitkantenverbinder, Safety-Stopper … um es auf den Punkt zu bringen: Der Drifter ist prima verarbeitet.</p>
<p><strong>Chillen</strong><br />
Der Drifter ist ein Kite für die sanften, geruh­samen, verträumten Stunden im Leben. Kein ­hektisches Geprügle, keine knallharten Ecken – nur sanfte Befehle, die direkt umgesetzt werden, ultra-flache Bauchtricks und das totale Chillen. Der perfekte Kite nach einem harten, anstrengenden Tag im Job oder der herrliche Ausklang eines ­tollen Urlaubstags.</p>
<p>Text und Fotos: Paul May</p>
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		<item>
		<title>Der U.R.O. 120 von Spiderkites</title>
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		<pubDate>Thu, 20 Oct 2011 07:14:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lenkdrachen]]></category>

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		<description><![CDATA[Christoph Fokken hat auf vielfachen Wunsch seiner Kunden eine kleinere und agilere Version des 2011er Speed- und Powerkites U.R.O. (Unleashed Raging Object) gebaut. Was dieses kleine, wilde Biest zu leisten vermag, lest Ihr in unserem Test.


Die Whisker und&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="wp-content/files/lenkdrachen_0611/aufmacher.jpg" width="590" style="margin-top:-7px" /></p>
<p><strong>Christoph Fokken hat auf vielfachen Wunsch seiner Kunden eine kleinere und agilere Version des 2011er Speed- und Powerkites U.R.O. (Unleashed Raging Object) gebaut. Was dieses kleine, wilde Biest zu leisten vermag, lest Ihr in unserem Test.</strong><span id="more-1864"></span></p>
<div id="bilder">
<p><img src="wp-content/files/lenkdrachen_0611/04.jpg" alt="" /><br />
<strong>Die Whisker und Stand-Offs verleihen dem Spiderkite seine Segelausformung</strong><br />
<img src="wp-content/files/lenkdrachen_0611/05.jpg" alt="" /><br />
<strong>Die Leitkanten haben wir hart nachgespannt</strong><br />
<img src="wp-content/files/lenkdrachen_0611/06.jpg" alt="" /><br />
<strong>Der 120er-U.R.O. ist vorerst nur in Kleinserie direkt aus Christoph Fokkens ­Schmiede erhältlich</strong><br />
<img src="wp-content/files/lenkdrachen_0611/07.jpg" alt="" /><br />
<strong>Gut profiliert nimmt der U.R.O. Strömung auf</strong><br />
<img src="wp-content/files/lenkdrachen_0611/08.jpg" alt="" /><br />
<strong>Per Schiebeknoten müssen die Entlastungsschenkel der Waagetrimmung angepasst werden</strong>
</div>
<p><strong>Geschichte</strong><br />
Als der U.R.O. (vormals Atrax High Aspect Ratio) vorgestellt wurde, war das Aufsehen groß, nicht zuletzt wegen des auffälligen Designs. Auch die hohe Streckung ließ einiges vermuten. Überrascht waren die Zuschauer und die anderen Piloten, als Christoph Fokken dann im Speedkite Contest 2010 in Münsterappel bei einem Durchgang der Freien Klasse mit sehr wenig Wind eine überaus beachtliche Geschwindigkeit mit diesem Kite hinlegte. Man konnte richtig bestaunen, wie sehr der Meister sich schon anstrengen musste, diesem Monster entgegenzuhalten: also Power satt! Erfahrungsgemäß wird ein Kite, der recht stark zieht, noch schneller, wenn man seine Größe herunter skaliert. Wie wäre es also mit einer Leitkantenlänge von 120 Zentimetern?   </p>
<p><strong>Aufbau und Materialwahl</strong><br />
Wie alle Spiderkites ist auch der U.R.O. 120 in der Leitkante gemufft. Der Kite schrumpft so auf ein Packmaß von gerade einmal 76 Zentimetern. Somit passt er in fast jeden etwas größeren Koffer und wird zum treuen Reisebegleiter. Die Leitkanten aus gutem, 6 Millimeter starken Exel Cruise CFK sind mit soliden und recht langen Muffen versehen und entsprechend an den Übergängen aufgefüllt, was garantiert, dass die Leitkante genauso viel Wind aushält als wäre sie durchgängig. Der Aufbau braucht ein wenig Zeit, denn der U.R.O. hat ein aufwändiges Segelaufstellkonzept. Das Einsetzen und Spannen der Leitkante ist schnell passiert. Wichtig ist es dabei, darauf zu achten, dass das Textilgummi wirklich satt die Leitkante abspannt (siehe Insider-Tipps) und die Saumschnur vorher sauber eingehängt wird. Als Nächstes sollte man die 4 Millimeter dicken Voll-CFK-Winglet-Whisker einsetzen. Diese werden – wie auch die Segellatten  aus 2,1 Millimeter starkem, gewickeltem GFK – mit einem Klettband in ihren Taschen gesichert. Während die obere Querspreize noch aus 6er-CFK-Rohr besteht, wurde bei der unteren Querspreize hochwertiges und sehr steifes 6,7-Millimeter-Rohr von AVIA eingesetzt. Zum aufgebohrten Exel-Kreuz hin wurden diese auch noch mit einem Inlay aufgefüllt und verstärkt. Die hochwertigen APA-Verbinder halten das Gerüst perfekt und solide fest. Die Ausschnitte für die Verbinder wurden doppelt mit Dacron verstärkt. Im Bereich der oberen Querspreize fallen diese allerdings etwas klein aus. Der Kielstab wird ebenfalls per Klettband abgespannt. Wie bei Spiderkites üblich wird das Kreuz absichtlich nicht mit einem Stopperclip gesichert. Der Kreuzbereich ist sehr klein ausgeschnitten und mehrfach verstärkt. Bei einem Crash soll diese Technik kinetische Energie abbauen und den Kiel beziehungsweise den ganzen Kite vor größeren Schäden bewahren. </p>
<p><strong>Verarbeitung</strong><br />
Nach dem Einsetzen der gebogenen Stand-Offs in ihre Taschen und HQ-„Gummibärchen“ auf der Spreize steht der wirklich extrem gestreckte Kite mit einer Standhöhe von gerade einmal 67 Zentimetern vor seinem Piloten. Sofort fällt auf, wie sorgsam die Klebearbeiten an den immerhin 12 Paneelen aus 40D-Polyestertuch ausgeführt wurden: Das Segel ist wirklich perfekt symmetrisch. Die Näharbeit ist dabei gut bis sehr gut. Alle Verbinder sitzen perfekt auf Position und wurden sogar an der oberen Querspreize doppelt nach unten hin gestoppt. Normalerweise ist das nur bei Kites nötig, die eine wirklich hohe Zugkraft aufbauen. Der Kielbereich sticht besonders hervor. Hier wurde hervorragend gearbeitet und die Nase so solide gebaut wie nur möglich. Ein Mix aus mehreren Lagen Dacron und Gurtband verhindert sehr effektiv das Durchstoßen und schützt den Kite in diesem Bereich vor Beschädigungen. Die Waage fällt recht kurz aus und wirkt auf den ersten Blick sehr dünn dimensioniert. Während unseres gesamten Tests hatten wir allerdings keine Probleme damit. Über eine Knotenleiter mit sehr kurzen Abständen an den oberen Querspreizen-Verbindern kann der Kite perfekt an den vorherrschenden Wind angepasst werden. Um das Aufziehen zu erleichtern, wurden kleine Tampen mit eingearbeitet. Eine Besonderheit gibt es hier bei der Waage: Der Entlastungsschenkel kann stufenlos per Topsegel-Schotstekknoten (umgangssprachlich Schiebeknoten) eingestellt werden. Der Entlastungsschenkel sollte immer so eingestellt sein, dass er leicht durchhängt. Wird er zu stramm gespannt, verliert der Kite gerade bei stärkerem Wind bedeutend an Leistung, weil der Entlastungsschenkel dann noch vor dem Schenkel der unteren Querspreize greift und die Kraft nicht sauber aufs Segel verteilt werden kann. </p>
<p><strong>Design</strong><br />
Der U.R.O. 120 wird von Spiderkites derzeit in mehreren Farbversionen angeboten. Darunter auch limitiert als Sonderedition, bei der das Segel beziehungsweise die Paneele per Digitalverfahren bedruckt werden, was zu einem außergewöhnlichen Effekt führt. Unser Testmodell kommt in schlichtem, aber feinem und sehr ansprechendem Design in Schwarz, Grau und Gelb daher. Bei unseren Testflügen im Nordwesten Irlands weckte der U.R.O. 120 immer wieder großes Interesse und die Leute blieben fasziniert stehen, um den Kite genau zu betrachten, in der kurzen Zeit wo er am Boden war. Der U.R.O. wirkt einfach scharf und aufregend – Klasse gemacht!</p>
<p><strong>Die Flugeigenschaften</strong><br />
Wie Christoph Fokken schon warnend ankündigt, gestaltet sich der Start des U.R:O. 120 recht zickig. So neigt der Kite sofort nach dem einfachen Abheben zum Ausbrechen. Reagiert man hier nicht unverzüglich, steuert dagegen und zieht dabei durch, liegt der Kite sofort wieder auf dem Boden, und wegen der großen Streckung ist ein „Walk of Shame“ angesagt. Ist diese kleine Hürde aber erst überwunden, wundert man sich, wie stabil dieser eben noch so zickige Kite fliegen kann. Bereits bei 2 Beaufort hatten wir an 35 Meter langen 55-Dekanewton-Leinen keine Probleme, den U.R.O. 120 aus dem Stand zu fliegen und ja, das geht auch leicht im Binnenland! Sofort baut der Kite einen satten Grunddruck auf und zieht die Leinen sauber durch. Die Lenkwege fallen dabei sehr kurz aus und man sollte den Kite feinfühlig steuern, damit man nicht übersteuert und ihn aus dem Wind reißt. Etwas mehr Wind und der Drachen fliegt wirklich wie auf Schienen! Jeder Lenkbefehl wird sofort und sehr direkt umgesetzt. Überdrehen gibt es nicht mehr und der U.R.O. folgt den Lenkbefehlen so sauber, dass es eine wahre Freude ist, damit sogar sehr knackige Manöver in den Himmel zu meißeln. Schon jetzt dreht der Kite sauber um die Flügelspitze und baut dabei sogar noch mehr Druck auf. So sehr, dass die 55er-Leinen bei 3 Beaufort böse anfangen zu singen. Allerhöchste Zeit also für einen Leinenwechsel. </p>
<p><strong>Das Tier von der Leine lassen</strong><br />
Der U.R.O. fliegt bei weniger Wind noch nicht schnell. Dies ändert sich aber ab 4 bis 5 Beaufort. Nach einem Umstellen der Waage (oben einen ­Knoten länger und den Entlastungsschenkel etwas nachstellen) wird der U.R.O. 120 zum Tier! Der Kite zieht richtig satt durch; man kann den Speed auch am Windfensterrand sehr gut halten und mit auf die Gerade nehmen. Man merkt, dass die Segelaufstellung und -profilierung mit dem Segellattensystem sauber funktioniert. Auch hier hängt der Kite super „am Gas“ und bleibt extrem spurtreu. Der Speed kommt dabei besonders an kürzeren Leinen (maximal 30 Meter Länge) sehr gut rüber. Bei diesem Wind sind sogar Wingtipstands am Windfensterrand möglich. Messerflüge 30 Zentimeter über der Grasnarbe oder über den Strand sorgen für reichlich Adrenalin und ein breites Grinsen im Gesicht. Der Kite dreht nun innerhalb des Segels so schnell, dass man nur noch eine Scheibe sieht! </p>
<p><strong>Steigerung</strong><br />
Dank seinem hochwertigen Gestängemix verträgt der Kite 6 bis 7 Beaufort. Noch satter wird die Power dann, wenn man auf den letzten und längsten Knoten geht! Der Start ist nun aber auch bei mehr Wind eine Herausforderung und man muss sehr aufpassen, den Kite beim Launching nicht zu verreißen. Danach weiß man allerdings sofort, warum der U.R.O. das Wort „Raging“ (Englisch für „rasend“) im Namen hat. Die Lenkwege werden entsprechend noch kürzer und man sollte in der Lage sein, auch unter großer Anspannung (durch die heftige Power) feinfühlig fliegen zu können. So der Pilot kein echtes Schwergewicht ist, sollte er sich auf einen wilden Ritt über die Wiese oder den Strand gefasst machen, denn der heftige Grunddruck bleibt fast überall im Windfenster erhalten. Im Test sind wir hierfür an 130-Deka­newton/40-Meter-Leinen geflogen. 100-daN-Leinen hätte es bei meinem Gewicht problemlos zerrissen, also bitte aufpassen! Der Speed legt ab circa Ende 5 Beaufort nicht groß zu, ja bremst sich sogar etwas ein. Der Kite bleibt damit aber auch bei heftigen Böen in einem Binnenlandsturm gut beherrschbar und zieht seinen Piloten kontrolliert und stetig über den Acker. </p>
<p><strong>Viel Spaß</strong><br />
Der U.R.O. 120 liefert bei einer sauberen Verarbeitung ein wirklich sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Der Speed ist okay, aber seine Paradedisziplin ist die wirklich heftige Power, die er für einen Zweimeter-Kite liefert. Der Kite fliegt sich dank dem satten Grunddruck angenehm und wie auf geölten Schienen. Man kann ihn tatsächlich sehr oft und bei unterschiedlichen Windbedingungen „satt“ fliegen. Ein Kite, der wirklich häufig in der Luft ist und nicht nur dann Spaß macht, wenn es kachelt. Er ist auch für Aufsteiger zu reinen Speedkites interessant, die eine Herausforderung suchen, an der sie wachsen und lernen können. Jetzt noch eine Version mit einer Leitkantenlänge von 100 Zentimetern und einer verstärkten Waage – das wäre klasse und würde zusammen mit dem Serienmodell mit knapp 150 Zentimetern Leitkante ein geniales Gespann ergeben!n</p>
<p>Text: Mark Rauch<br />
Fotos: Stefanie Rauch</p>
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		<title>Check it out &#8211; Das KITE &amp; friends-Testival auf Fanø</title>
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		<pubDate>Mon, 15 Aug 2011 08:01:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lenkdrachen]]></category>

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		<description><![CDATA[Freitag, 17. Juni 2011, Fanø, nördlich des Buggystrandes: KITE &#038; friends sowie einige Hersteller und Importeure bitten die Leser unseres Magazins zu einem Stuntkite-Testival. Was die kritischen Piloten über die Testmodelle gesagt haben? Ihr könnt es hier lesen.


Immer&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="wp-content/files/lenkdrachen_0511/aufmacher.jpg" width="590" style="margin-top:-7px" /></p>
<p><strong>Freitag, 17. Juni 2011, Fanø, nördlich des Buggystrandes: KITE &#038; friends sowie einige Hersteller und Importeure bitten die Leser unseres Magazins zu einem Stuntkite-Testival. Was die kritischen Piloten über die Testmodelle gesagt haben? Ihr könnt es hier lesen.</strong></p>
<div id="bilder">
<p><img src="wp-content/files/lenkdrachen_0511/01.jpg" alt="" /><br />
<strong>Immer entspannt: Waagetest vor dem Sturmeinsatz</strong><br />
<img src="wp-content/files/lenkdrachen_0511/02.jpg" alt="" /><br />
<strong>Auch Leser Arnd Biroth checkt die Details</strong><br />
<img src="wp-content/files/lenkdrachen_0511/03.jpg" alt="" /><br />
<strong>Eine große Zahl an Bewertungsbögen lag zur Auswertung vor</strong><br />
<img src="wp-content/files/lenkdrachen_0511/04.jpg" alt="" /><br />
<strong>Helge Gosau fühlt dem Trickflugvermögen des Belusa auf den Zahn</strong><br />
<img src="wp-content/files/lenkdrachen_0511/05.jpg" alt="" /><br />
<strong>Oliver Dörflein geht den Testdrachen auf den Grund</strong><br />
<img src="wp-content/files/lenkdrachen_0511/06.jpg" alt="" /><br />
<strong>Fachsimpeleien gehörten klar zum Testival</strong><br />
<img src="wp-content/files/lenkdrachen_0511/07.jpg" alt="" /><br />
<strong>Auch Matthias Franke von Scirocco Kites nutzte das Testival für weitere Experimente</strong><br />
<img src="wp-content/files/lenkdrachen_0511/08.jpg" alt="" /><br />
<strong>Stefan Marschall vom Team Fun Unlimited gab ebenfalls sein Urteil ab</strong><br />
<img src="wp-content/files/lenkdrachen_0511/09.jpg" alt="" /><br />
<strong>Christoph Fokken von Spiderkites stand für Rückfragen im Hintergrund bereit</strong><br />
<img src="wp-content/files/lenkdrachen_0511/10.jpg" alt="" /><br />
<strong>Dank Ockert und Wolkenstürmer konnten alle Kites optimal an die Leine genommen werden</strong><br />
<img src="wp-content/files/lenkdrachen_0511/11.jpg" alt="" /><br />
<strong>Paul May durfte den Gewinnern der Stuntkiting-Bücher gleich eine Widmung schreiben</strong>
</div>
<p>An diesem Tag standen tolle Drachen bereit und warteten darauf, dass man ihnen so richtig auf den Zahn fühlte: HQ-Kites hatte Infinity, Fazer, Atomic und Maestro II ins Rennen geschickt; von Scirocco Kites waren unter anderem der Steel sowie eine ventilierte Version des Aquarius am Start; Level Ones Easy² wollte genauso wie Zodarion, Stormeater und Tibellus von Spiderkites geflogen werden; Wolkenstürmer hatte einen Barracuda und einen Belusa bereitgestellt; Colours In Motion war mit einem Trickster vertreten, und Chill Out aus Augsburg, Importeur von Prism Kites, hatte mit dem Quantum und dem Hypnotist zwei Beginnerkites der Premiumklasse zum Testen gesandt. Damit alle Drachen sofort geflogen werden konnten und die Piloten nicht auf eigenes Material zurückzugreifen brauchten, wurde das Testival von Ockert und Wolkenstürmer großzügig mit Leinen versorgt. Deshalb möchte ich mich an dieser Stelle – auch im Namen aller Testpiloten – bei all den genannten Firmen ganz herzlich bedanken: Thank you, merci, Danke schön!</p>
<p>Obwohl die Sonne herrlich lachte sowie Kites und Leinen fertig vorbereitet waren, hatten die Tester mit einem großen Problem zu kämpfen: Der Wind ballerte Fanø-typisch mit 25, in den Böen sogar mit bis zu 35 km/h von See, sodass zwei Drachen gar nicht erst ausgepackt wurden: Die Leichtwindmodelle Drifter (Wolkenstürmer) und Shadow (HQ-Kites) sollten in der Drachentasche bleiben, da ihr fragiles Gestänge bei diesem Wind geradezu explodiert wäre. Doch auch andere Kites hatten arg mit dem Wind zu kämpfen, sodass ihre Stärken teilweise im Verborgenen blieben. Trickflugeignung, Flugpräzision oder Speed-Control konnten manchmal nur erahnt werden. Was man hingegen bestens beurteilen konnte, waren die Robustheit, die Anfängertauglichkeit und das Verhalten im Windbereich an der obersten Grenze. Übrigens: Jeder Pilot nahm mit einem seiner abgegebenen Tests an einer Verlosung teil – und alle Piloten gewannen etwas! Testdrachen, Line-Sets von Wolkenstürmer und Ockert sowie zwei Exemplare des Buches „Stuntkiting“ (Vivita Verlag) fanden neue Besitzer. Bevor ich nun die Piloten zu Wort kommen lasse, die etwas über die Testkites ge­­schrieben haben, nur noch ein letztes Wort in ­eigener Sache: Mir hat das Testival richtig viel Spaß gemacht! Ein ganz dickes Dankeschön an alle, die teilgenommen haben!</p>
<p><strong>Easy² (Level One Kites)</strong><br />
<i>Peter Großkopf:</i><br />
Der macht Spaß! Doch fast 6 Beaufort sind beinahe zu viel des Guten. Der Easy² fliegt aber auch bei diesem Wind sehr gut.</p>
<p><i>Michael Koch:</i><br />
Super Verarbeitung bei einer Preisklasse, die das Einsteigerherz höherschlagen lässt. Sehr präzise, sehr großer Windbereich, sehr gute Trickfähigkeit – ein perfekter Einsteigerdrachen.</p>
<p><i>Norbert Kellermann:</i><br />
Obwohl der Drachen an der Grenze seines Windbereichs ist, gehen viele Tricks. Der Kite wird sehr schnell, aber die Zugkräfte ­bleiben gering.</p>
<p><strong>Barracuda (Wolkenstürmer)</strong><br />
<i>Achim Beetz:</i><br />
Man wird mit dem Barracuda sofort warm. Er ist sehr trickreich – ich habe gerade ­meinen ersten Backspin mit ihm geflogen.</p>
<p><i>Norbert Kellermann:</i><br />
Der Kite entwickelt recht starke Zugkräfte, doch sind seine Flugpräzision und das Waage-Setting okay. Der Drachen war absolut am Limit.</p>
<p><i>Heiner Wellendorf:</i><br />
Der Barracuda ist ein netter Drachen, aber für mich zu zugkräftig. Ich konnte ihm bei diesem Wind keinen Trick entlocken.</p>
<p><i>Michael Koch:</i><br />
Der Drachen ist sehr gut zu fliegen: präzise und selbst bei 5 Beaufort sicher beherrschbar. Er ist anfängertauglich und besitzt ein hohes Trickpotenzial. Leider löst sich die Leitkantenabspannung immer wieder. Auch die Nase franst etwas aus.</p>
<p><i>Arnd Biroth:</i><br />
Der Barracuda ist selbst bei diesem starken Wind stabil und jederzeit beherrschbar. Am Windfensterrand ist er „fadebar“ ohne Wackeln und Kippeln.</p>
<p><strong>Hypnotist (Prism)</strong><br />
<i>Ralf Wombacher:</i><br />
Flüssig zu fliegender Drachen mit ordentlicher Präzision. Er sollte einem den ­Einstieg ins Tricksen leicht machen.</p>
<p><i>Achim Beetz:</i><br />
Sehr tricky! Der Hypnotist löst sehr leicht und bereitwillig aus.</p>
<p><i>Arnd Biroth:</i><br />
Die Verarbeitung ist top. Ich würde mir nur Verstellmöglichkeiten an der Waage wünschen.</p>
<p><i>Oliver Dörflein:</i><br />
Sehr schöne Verarbeitung und hochwertige Material- beziehungsweise Gestängewahl. Der Hypnotist ist sehr trickreich und macht Spaß. Die Zugkraft hält sich auch bei diesem ­starken Wind gut in Grenzen.</p>
<p><strong>Atomic (HQ-Kites)</strong><br />
<i>Ralf Wombacher:</i><br />
Der Drachen hat eine für Anfänger gut beherrschbare Geschwindigkeit. Im getesteten Windbereich stieß er aber an seine Grenzen, da er an den Leinen ruckelte.<br />
Achim Beetz: Der Atomic ist bei diesem Wind etwas hakelig zu fliegen, hat aber ein sehr cooles Design.</p>
<p><strong>Aquarius Vented (Scirocco Kites)</strong><br />
<i>Christian „Cappo“ Krüger:</i><br />
Der Drachen fliegt wie auf Schienen – Präzision pur. Fanø-tauglich für sauberes Fliegen.</p>
<p><i>Arnd Biroth:</i><br />
Cool! Ich war am Strand von Fanø für zehn Minuten Lokführer! Der Aquarius bewegt sich am Himmel wie auf Schienen. Ein enormer Spaß!</p>
<p><i>Oliver Dörflein:</i><br />
Der Aquarius ist ein sehr hochwertig verarbeiteter Kite, der auch bei höheren Windgeschwindigkeiten sehr viel Spaß macht. Er ist selbst im oberen Windbereich noch gut zu tricksen. Das Gestänge ist sehr gut und steif; das Flugbild ist sehr präzise.</p>
<p><strong>Infinity (HQ-Kites)</strong><br />
<i>Helge Gosau:</i><br />
Der Infinity besticht schon durch seine Optik. Was für ein geiles Design! Das macht mich neugierig auf das Flugverhalten. Der Kite ist super präzise und lässt sich überall im Windfenster stallen. Axels, 540er und Slotmachines werden flach und elegant ausgeführt. Die Stärke des Infinity scheint seine Spurtreue zu sein. Die Fades, Flic Flacs und Jacob’s Ladders gehen elegant und gut von der Hand. Sämtliche Varianten, um den Drachen aus dem Yo-Yo zu bekommen, funktionieren. Der Drachen macht einfach nur Spaß! Ein überaus gelungener und ausgeglichener Kite, der Ein- und Aufsteigern das Trickfliegen sehr gut beibringt. [Anmerkung der Redaktion: Sag ich doch!]</p>
<p><i>Martin Steinbrück:</i><br />
Gutes Kunstflugverhalten!</p>
<p><i>Dirk Bellmann:</i><br />
Präzise zu fliegen. Der Infinity zieht bei diesem Starkwind sehr kraftvoll, macht aber viel Spaß. Als Teamdrachen geeignet. [Anmerkung der Redaktion: So isses! Siehe Teamflug-Workshop!]</p>
<p><i>Heinz Duwe:</i><br />
Das Material ist sehr gut verarbeitet. Tricks sind gut ausführbar. Der Infinity ist für Anfänger, aber auch für Fortgeschrittene tauglich. Die Zugkraft kann an der Waage gut eingestellt werden. Die Flugpräzision ist sehr gut, der Windbereich groß.</p>
<p><i>Thomas „Tomster“ Franz:</i><br />
Der Infinity ist ein ­Drachen, der sich durch seine Robustheit, Materialwahl und sehr saubere Verarbeitung im mittleren Preissegment hervorhebt. Seine modernen Flugeigenschaften sowie seine Kreis- und Eckenpräzision sind sehr angenehm. Ein Drachen, der Freestyler und auch Anfänger durch sein ausgewogenes Preis-Leistungs-Verhältnis sofort überzeugt und in ­keiner Drachentasche fehlen sollte. </p>
<p><i>Stefan Marschall (Team Fun Unlimited):</i><br />
Die Flugpräzision ist hoch, das Gestänge aber für den geflogenen Windbereich etwas zu weich. Der Geschwindigkeitsaufbau beim Abwärtsflug ist deutlich, die Verarbeitung ist gut. Der Windbereich des Drachens wurde beim Test überschritten.</p>
<p><strong>Quantum (Prism)</strong><br />
<i>Heiner Wellendorf:</i><br />
Mehr als nur ein Anfängerdrachen. Wenn ich das nötige Taschengeld zusammen habe, ist der Quantum eine meiner nächsten Anschaffungen. Kurven, Ecken und Geraden voll okay. Tricks sogar bei dem Wind noch möglich – und das von einem Anfänger wie mir!</p>
<p><i>Achim Beetz:</i><br />
Der Quantum macht gut Druck. Tricks müssen sauber eingeleitet werden, da der Drachen nichts verschenkt. Der Kite lässt sich sehr kontrolliert fliegen.</p>
<p><i>Ralf Wombacher:</i><br />
Der Drachen hat gute Anfängereigenschaften. Er steht stabil am Windfensterrand und gibt saubere Rückmeldungen. Einziges Manko ist der große Längenunterschied der mitgelieferten Original-Leinen.</p>
<p><strong>Maestro II (HQ-Kites)</strong><br />
<i>Heinz Duwe:</i><br />
Der Maestro II besitzt eine ausgezeichnete Zugkraft, die noch gut handhabbar ist. Tricks konnten bei dem Wind nicht ausreichend getestet werden. Der Drachen ist auch für An­­fänger gut geeignet.</p>
<p><strong>Belusa (Wolkenstürmer)</strong><br />
<i>Helge Gosau:</i><br />
Der Drachen macht sichere Stalls und ultraflache Axels. 540er und Slotmachines gehen einfach so von der Hand. Fade und Backspin gelingen auf Anhieb und sind grandios in ihrer Ausführung. Ein Kite, der nicht nur den Profi erfreut, sondern auch den Aufsteiger. Er ist sehr gut verarbeitet und kann auch eine steife Brise vertragen. Jacob’s Ladder &#038; Co. gelingen klasse, und man kann den Drachen sauber und fein in ­diesem Trick akzentuieren. Ein toller Drachen, der präzise und tricktauglich gleichermaßen ist.</p>
<p><strong>Zodarion (Spiderkites)</strong><br />
<i>Oliver Dörflein:</i><br />
Der Zodarion ist sehr gut verarbeitet und hat ein schönes Design. Die Materialwahl ist gut, doch wäre ein anderes Mittelkreuz noch besser, da bei Anfängern und stärkerem Wind die unteren Querspreizen hier brechen könnten. Der Drachen hat ein schönes Flugbild, er sieht am Himmel toll aus. </p>
<p><strong>Fazer (HQ-Kites)</strong><br />
<i>Ingo T. Storm:</i><br />
Nettes Fun-Paket für windige Tage! Der Fazer ist schneller als typische „Scheiben­wischerkites“, aber nicht zu nervös. Er zieht genug, um sich in die Leinen zu hängen, ohne dabei Angst zu machen. Ab 5 Beaufort bräuchte man gepolsterte Handschlaufen oder Power-Grips.</p>
<p><strong>Steel (Scirocco Kites)</strong><br />
<i>Christian „Cappo“ Krüger:</i><br />
Kein Trickser, aber ein klasse Einstieg in den Speed-Bereich. Schnell, ohne giftig zu werden. Macht einfach nur Spaß! </p>
<p><strong>Stormeater (Spiderkites)</strong><br />
<i>Ingo T. Storm:</i><br />
Der kleine Stormeater braucht mehr Wind als viele andere Drachen vertragen. Tricktauglich ist er nicht wirklich, sondern ein ganz feiner Anfängerdrachen für den Strandurlaub. Er wirkt robust und sieht sportlich aus.</p>
<p><i>Heiner Wellendorf:</i><br />
Genau der Drachen für diesen Wind, wenn nichts anderes mehr geht. Ecken knackig, schnell und gerade auf der Linie unterwegs. Und dann für den Preis …</p>
<p><i>Andreas Behrens:</i><br />
Ein Starkwinddrachen mit sehr guten Lenkeigenschaften, bei dem aber eine leichte Schnur nötig ist. Die Zugkraft ist für den Wind von 5 bis 6 Beaufort gut. Der Stormeater ist ein Drachen, der Spaß macht, ohne aus der Puste zu geraten.</p>
<p>Text: Paul May<br />
Fotos: Angie May, Meike Müller, Jens Baxmeier</p>
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		<title>Addiction Pro von Colours in Motion</title>
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		<pubDate>Fri, 17 Jun 2011 09:14:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lenkdrachen]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor Jahren brachte Premier Kites den Addiction auf den Markt – einen kleinen, aber sehr leistungsfähigen Drachen, der mich damals im Test richtig begeisterte. Premier Kites wurden und werden von Wolfgang Grimsels Firma Colours in Motion importiert, die jetzt&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="wp-content/files/lenkdrachen_0411/aufmacher.jpg" width="590" style="margin-top:-7px" /></p>
<p><strong>Vor Jahren brachte Premier Kites den Addiction auf den Markt – einen kleinen, aber sehr leistungsfähigen Drachen, der mich damals im Test richtig begeisterte. Premier Kites wurden und werden von Wolfgang Grimsels Firma Colours in Motion importiert, die jetzt in Eigenregie den Addiction Pro auf dem Lenkdrachenmarkt platziert. Wir haben diesem Kite so richtig auf den Zahn gefühlt.</strong></p>
<div id="bilder">
<p><img src="wp-content/files/lenkdrachen_0411/01.jpg" alt="" /><br />
<strong>Fades bis der Arzt kommt gehören zum Repertoire des Addiction Pro</strong><br />
<img src="wp-content/files/lenkdrachen_0411/02.jpg" alt="" /><br />
<strong>Der 180 Zentimeter große Addiction Pro &#8211; ready for Take-off</strong><br />
<img src="wp-content/files/lenkdrachen_0411/03.jpg" alt="" /><br />
<strong>Perfekte Verbindungstechnik bis zu den Stand-Off-Aufnahmen</strong><br />
<img src="wp-content/files/lenkdrachen_0411/04.jpg" alt="" /><br />
<strong>Sauber herausgeputzt: die solide Drachennase</strong><br />
<img src="wp-content/files/lenkdrachen_0411/05.jpg" alt="" /><br />
<img src="wp-content/files/lenkdrachen_0411/06.jpg" alt="" /><br />
<img src="wp-content/files/lenkdrachen_0411/07.jpg" alt="" />
</div>
<p>Zu Beginn gleich ein Hinweis: Normalerweise bewerten wir bei Einsteiger-Modellen immer auch die Ausstattung und das Zubehör. Dies ist beim ­Addiction Pro (den wir vor Lieferbarkeit der Serie in einem einfachen Köcher erhielten, der nicht für diesen Kite gedacht ist, leider nicht möglich, da wir unseren Testdrachen „nackt“, das heißt ohne jegliches Zubehör erhielten. </p>
<p><strong>Hoher Aufwand</strong><br />
Etwas, das gleich auf den ersten Blick auffällt, ist das überaus aufwändige Segel des Addiction Pro. Dieses besteht auf jeder Seite aus elf Segelpaneelen ­plus einem Mittelpaneel aus Dacron, sodass man insgesamt auf eine stattliche Paneelanzahl von 23 kommt. Verbunden wurden all diese Segelteile mit Segelmachernähten, bei denen es nichts zu kritisieren gibt. Durch das Kielpaneel aus ­Dacron kann man sich allerhand Verstärkungen sparen, doch wurde trotzdem im Bereich des Mittelkreuzes eine extra Lage Dacron aufgesteppt. Das alles hat natürlich sein Gewicht und sorgt dafür, dass dieser kleine Kite knapp 180 Gramm auf die Waage bringt. Andererseits ist so gewährleistet, dass auch bei harten Crashs – Nase voran ungespitzt in den Boden – so schnell nichts ausreißen wird. Große Robustheit hat eben ihren Preis, ist diesen aber auch wert, wenn man bedenkt, wie groß der Frust ist, wenn man wegen eines beschädigten Drachens einen herrlichen Sommer- oder Urlaubstag mit Reparaturen verbringen muss. Wie sehr Wolfgang Grimsel bei seinem Kite auf hohe Belastbarkeit setzt, erkennt man besonders dann, wenn man die glatt mit den Dacronstabtaschen abschließende Drachennase genauer unter die Lupe nimmt. Unter dem eigentlichen Nasenmaterial, einem dicht gewebten Ballistic-Nylon-Gewebe, entdeckt man eine Lage Kevlarband, die mit großer Sicherheit verhindert, dass sich der Kielstab bei extremen Abstürzen durch die Nase bohrt.</p>
<p><strong>Federung eingebaut</strong><br />
Damit nicht nur das Segel unbeschädigt bleibt, sondern auch beim Kohlefasergestänge nach Möglichkeit nichts zu Bruch geht, hat Colours in Motion die Leitkanten des Addiction Pro mit Gummischnüren abgespannt. Diese Lösung ermöglicht ein gewisses Einfedern, wenn der Drachen der Kontrolle seines Piloten entgleitet und Bodenkontakt sucht. Damit der Kite nicht zu schwer wird, hat man ihn um ein Gerüst aus CFK-Rohren herum aufgebaut und auf weiches, aber noch robusteres GFK verzichtet. Und das ist gut so, da dies die Performance des Addiction auf ein Pro-Level hebt. Untere Spreizen mit einem Durchmesser von 5 Millimeter gewährleisten eine gewisse Steifigkeit, die sich dann positiv bemerkbar macht, wenn es gilt, rasche Lenkbefehle direkt in Tricks umzusetzen. Als Leitkantenstäbe, obere Spreize und Kielstab hingegen wurde 4-Millimeter-CFK-Rohr verbaut, da diese Zonen ruhig etwas weicher und elastischer sein dürfen. </p>
<p><strong>An Ort und Stelle</strong><br />
Was vor einem guten Jahrzehnt noch eine Besonderheit war, wird immer mehr zur Normalität. Und das ist gut so! Wovon ich spreche? Es geht um die Verbindertechnik, die inzwischen auch bei Kites, die sich an den Ein- oder Aufsteiger wenden, vorbildlich und bestens passgenau ist. Beim Addiction Pro beginnt das beim Mittelkreuz, in dem die unteren Spreizen satt sitzen, und setzt sich bei den Leitkantenverbindern fort, die bestens gestoppt sind und den Spreizen sicheren Halt geben. Das Lob auf die Verbindungstechnik findet sein Finale bei den verschraubten segelseitigen Stand-Off-Aufnahmen, die inmitten einer ­großzügigen Dacronverstärkung positioniert sind. Alles sitzt und passt sehr gut.</p>
<p><strong>Ein bisschen steil</strong><br />
Die Waage unseres Testkites war etwas steil getrimmt, sodass sich der Addiction Pro im fränkischen Frühjahrswind nicht so recht vom Boden erheben wollte. Ein kurzer Gang zum Drachen, die Waage an der Knötchenleiter, die im Bereich des oberen Spreizverbinders befestigt ist, ein wenig gen Nase verstellt – und ab geht die Post! Übrigens hat Wolfgang Grimsel zugesichert, dass die Serien-Kites mit einem etwas flacheren Waage-Setting ausgeliefert werden sollen, sodass auch dieses rasche und einfache Nachtrimmen nicht mehr nötig sein sollte. So sieht gute Produktpflege aus!</p>
<p><strong>Windbereich</strong><br />
Der Addiction Pro kann bereits bei etwa 8 Stundenkilometer Windgeschwindigkeit ohne nennenswerte Eigenbewegung des Piloten geflogen werden. Mit ein wenig Körpereinsatz kann man noch früher loslegen. Die Idealbedingungen für diesen Colours-in-Motion-Drachen herrschen dann, wenn es mit 12 bis 20 Stundenkilometern (3 bis 4 Beaufort) bläst, doch verträgt er auch eine ganze Mütze mehr. Ab ungefähr 30 Stundenkilometern beginnt er jedoch so heftig mit den Flügelspitzen zu ­schlagen, dass man ihn gerne wieder einpackt. Bei den Leinen haben sich während des Testzeitraumes Längen zwischen 20 und 35 Metern und Stärken von 25 bis 45 Dekanewton bewährt. Bei mehr Wind würde ich zu längeren, bei weniger Wind zu kürzeren und dünneren Schnüren raten.</p>
<p><strong>Flugstabilität</strong><br />
Aufgrund des tief ausgestellten Segels ist der Addiction Pro ein Kite, der für seine Größe ausgesprochen ruhig und gleichmäßig fliegt. Das heißt nicht, dass es ihm an Temperament mangelt. Im Gegenteil! Bei frischeren Winden wird er recht fix, dreht sehr eng und schnell um einen Punkt, der innerhalb des Segels liegt, und beginnt, angenehmen Druck aufzubauen. Doch hat man dabei immer das Gefühl, dass die volle Kontrolle da ist. Das ist eine Eigenschaft, die gerade Einsteiger sehr zu schätzen wissen. Was den Crack hingegen begeistern wird, ist die Trickperformance, mit der der Addiction Pro aufwarten kann. Hier geht wesentlich mehr, als man bei einem Drachen für diese Zielgruppe hätte erwarten dürfen. Natürlich sind Axels und Axel-Variationen bis hin zum Comete jederzeit machbar, selbstverständlich rotiert der Addiction Pro flach und gefällig durch die Flatspin-Moves 540er und Slotmachine. Doch dass selbst die Taz-Machine gelingt, sorgt doch für ein zufriedenes Grinsen im Gesicht der Testpiloten. Im Fade ruht Wolfgang Grimsels überarbeitete Addiction-Version sehr sicher, sodass man geradezu versucht ist, einen Backspin auszuprobieren. Und wie toll der Kite diesen in Szene setzt! Prima. Auch die Jacob’s Ladder klappt bereitwillig und flüssig. Super. Was will man mehr? Da stellt sich abschließend nur noch die Frage nach der Flugpräzision. Und auch die ist – gemessen an der geringen Größe des Drachens – sehr ordentlich.</p>
<p><strong>Ein tolles Paket</strong><br />
Wolfgang Grimsel ist mit der Überarbeitung eines bewährten Drachens ein guter Wurf gelungen. Der Addiction Pro besitzt einen weiten Windbereich, ist präzise genug, um dem Einsteiger saubere Basics zu vermitteln, und hat auch im Tricksegment ein hohes Potenzial. Dieser Drachen wird seinem Piloten gewiss nicht so schnell langweilig.</p>
<p>Text und Fotos: Paul May</p>
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		<title>Speedster &#8211; Colours in extremely fast Motion</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Apr 2011 15:36:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lenkdrachen]]></category>

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		<description><![CDATA[Speedster, das klingt wie der Name eines rasanten Cabrios vergangener Tage – und nach Fahrtwind um die Nase und einer Menge Spaß. Ob dieser Name für den neuesten Kite der Drachenschmiede Colours in Motion aus Rastede gerechtfertigt ist, zeigt&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="wp-content/files/lenkdrachen_0311/aufmacher.jpg" width="590" style="margin-top:-7px" /></p>
<p><strong>Speedster, das klingt wie der Name eines rasanten Cabrios vergangener Tage – und nach Fahrtwind um die Nase und einer Menge Spaß. Ob dieser Name für den neuesten Kite der Drachenschmiede Colours in Motion aus Rastede gerechtfertigt ist, zeigt der folgende Erfahrungsbericht.</strong></p>
<div id="bilder">
<p><img src="wp-content/files/lenkdrachen_0311/speedster1.jpg" alt="" /><br />
<strong>Präzise zieht der Speedster selbst bei Leichtwind seine Bahnen</strong><br />
<img src="wp-content/files/lenkdrachen_0311/speedster2.jpg" alt="" /><br />
<img src="wp-content/files/lenkdrachen_0311/speedster3.jpg" alt="" /><br />
<strong></strong><br />
<img src="wp-content/files/lenkdrachen_0311/speedster5.jpg" alt="" /><br />
<strong>Ungewöhnlich: schwarze Designstreifen auf den knalligen Flügeln</strong><br />
<img src="wp-content/files/lenkdrachen_0311/speedster6.jpg" alt="" /><br />
<strong>Verstärkt: So bleibt die ­Endkante möglichst ruhig</strong><br />
<img src="wp-content/files/lenkdrachen_0311/speedster8.jpg" alt="" /><br />
<strong>Mittelkreuz mit versetzter Waageaufnahme</strong><br />
<img src="wp-content/files/lenkdrachen_0311/speedster7.jpg" alt="" /><br />
<strong>Knotenleiter: hier in flachster Trimmung, wie im Auslieferungszustand</strong><br />
<img src="wp-content/files/lenkdrachen_0311/speedster4.jpg" alt="" /><br />
<strong>In den Alpen erfolgt der Härtetest für Material und Piloten</strong><br />
<img src="wp-content/files/lenkdrachen_0311/staerken.jpg" alt="" /><br />
<strong></strong><br />
<img src="wp-content/files/lenkdrachen_0311/daten1.jpg" alt="" /><br />
<img src="wp-content/files/lenkdrachen_0311/daten2.jpg" alt="" />
</div>
<p>Wie jedes Jahr im November, so war auch 2010 das große Drachenfest in Fuerteventura angesagt. Dort traf sich die Drachenwelt zum 23. Mal – und auch ich war dabei. Ebenfalls flog KITE &#038; friends-­Chefredakteur Jens Baxmeier mit dem Testmodell des Speedsters, welchen ich hier zum ersten Mal zu sehen bekam. </p>
<p>Der Speedster ist ein kleiner, gestreckter und flacher Speedkite. Mit 165 Zentimetern Spannweite, einem durch schwarze Streifen auffälligen Segel in sauberer Verarbeitung und exakten Nähten sticht der Drachen schnell heraus. Und durch die auffälligen Farben hebt er sich am Himmel deutlich ab. Die Winglets wie die gesamte Formgebung sind eher klassisch für einen Kite dieses Genres. Die unteren Waageleinen wurden nicht direkt am Kielkreuz, sondern 6 Zentimeter darunter befestigt. Am oberen Querspreizenverbinder befindet sich eine Knotenleiter, welche ein Feintuning zulässt.</p>
<p><strong>Erstkontakt</strong><br />
Für einen ersten Test war vielleicht etwas wenig Wind, aber die Einleiner standen stabil am kanarischen Himmel. Also wagte ich es und knüpfte meine 55-Dekanewton-Leinen an den Drachen, stellte ihn in den Sand und startete ihn durch einen festen Zug problemlos. Trotz meiner Zweifel, ob der Drachen wohl bei 2 Beaufort fliegen würde, nahm er gleich Strömung auf und zeigte durch sofortigen Druck, dass es losgeht. Der Speedster war zwar noch nicht sehr schnell, aber was will man bei zwei Windstärken schon erwarten? Hier wird bereits ein Unterschied zu anderen Speedkites deutlich, welche bei diesen Windstärken gar nicht erst fliegen würden. Dieser Kite lässt sich sogar recht einfach starten, dann möchte er durch geringe Lenkbewegungen geführt werden, nimmt diese sofort an und setzt sie in einen recht stabilen und geradlinigen Flug um. Ein Speedkite muss ziehen – nun ja, bei so wenig Wind konnte ich den Speedster immerhin in der Luft halten, aber mehr auch nicht. Und die 55er-Leinen waren sicher noch nicht am Limit. Auch enge Spins mögen die meisten Speedkites nicht, die ja besonders auf der Geraden schnell sein wollen. Ich brachte den Kleinen in einen Spin und es folgte ein Strömungsabriss knapp über dem Boden, sodass der Absturz unvermeidlich war. Der Speedster hat dabei glücklicherweise keinen Schaden genommen und bei diesem Wind war sein Verhalten keineswegs verwunderlich. Erstes Fazit: Bei Leichtwindverhältnissen bringt der Kite eine sehr gute Leistung und ist im Verhältnis nicht zu langsam.</p>
<p><strong>Let’s go!</strong><br />
Einen Tag später war fast doppelt so viel Wind – aber leider ablandig. Es gab also direkt über dem Boden leichte Verwirbelungen. Diesmal nahm ich die 75-Dekanewton-Leine mit 35 Metern Länge. Als ich den Kite gestartet hatte, ging es sofort los: Der Speedster schoss nach oben, entfaltete von der ersten Sekunde an ordentlich Druck und zeigte, dass er für diesen Wind und mehr gebaut ist. Ich flog den Kite mehrmals im Messerflug knapp über den Boden. Der etwas ruppige Wind störte den Speedster nicht und er flog mit großer Spurtreue geradeaus. Die leichten Schläge durch den derben Wind wurden allerdings sehr prompt an den Piloten weitergemeldet. Dank dem relativ weichen Kohlefasergestänge schluckt der Kite aber auch diese Art von Wind und setzt die Kraft in sauberen Geradeausflug um. Und ja, jetzt war er wirklich schnell! Wir probierten eine steilere Waageeinstellung. Das brachte jedoch zuerst keine fühlbare Geschwindigkeitssteigerung, sondern lediglich eine Zunahme an Zugkraft. Und die 75er-Leine fing bald böse zu Singen an. Dabei versuchte ich einige Wettkampfanflüge und zog dabei die Leine jedes Mal heftig an. Jetzt war der Kite wirklich schnell, unglaublich schnell sogar! Allerdings nahm auch der Druck stark zu.  </p>
<p>Da Jens als Fotograf Bilder mit schönem Hintergrund machen wollte, ging ich am Windfensterrand leicht nach vorne und gab so dem Drachen nach: ein, zwei Sekunden den Drachen gehalten, ein Loop nach unten, und ein weiterer Anflug folgte sofort. Dies machte der Kleine ganz souverän mit: Er ließ sich führen, abbremsen, loopen und wieder beschleunigen. Sobald ich im Windfensterzentrum anzog, schoss der Speedster los, als wollte er die Schallmauer durchbrechen. </p>
<p><strong>Zweiter Kontakt</strong><br />
Föhn in den Alpen im Dezember, das ist so eine Sache: ruppiger Wind mit Böen bis zu 100 Stundenkilometern. Aber das störte nicht, denn ich sollte den Speedster ja auch bei extremen Bedingungen testen. Also leinte ich den Drachen an und startete. Sofort kamen Zweifel auf, ob das mit den 100-Dekanewton-Leinen so eine gute Idee war. Der Windmesser hatte vorher 60 bis 80 Stundenkilometer (7 bis 9 Beaufort) gemessen und dazu gab es Böen mit bis zu 10 Windstärken. Der Flügel schoss hin und her und ich hatte Mühe, von den Böen nicht umgerissen zu werden. Okay, Spaß machte das nicht mehr und die Loops waren bei diesen Verhältnissen so schnell, dass es ein Spiel mit viel Adrenalin war – und der Frage, ob ich den Drachen wohlbehalten wieder herausbekam. Sobald jedoch der Wind für einige Sekunden wegblieb, konnten wir uns beide erholen. </p>
<p>Nach einigem Probieren versuchte ich bei diesem Wind mehrere Wettkampfanflüge und bei einem dieser Messerflüge erwischte ich eine Böe. Ich versuchte noch, am Windfensterrand zu landen, doch eine weitere Böe drückte den Kite nach unten, der dabei mit der Leitkante sehr unsanft den Boden berührte. Schlimmste Befürchtungen machten sich breit – was war wohl jetzt alles kaputt? Als ich den Drachen überprüfte, konnte ich feststellen, dass lediglich die Leitkante unter dem unteren Verbinder leicht geknickt war. Sowohl die untere Querspreize als auch das Segel ­hatten keinen Schaden genommen. Bei der Reperatur ersetzte ich dann die beiden Leitkanten durch 6-Millimeter-Structil, was wesentlich steifer ist als die Original-Leitkanten.</p>
<p><strong>Dritter Kontakt</strong><br />
Anfang Januar, wieder einer dieser viel zu warmen Föhntage. Deutschland erstickt im Schnee und in den Alpen waren 12 Grad plus angesagt, dazu 5 bis 6 Windstärken und nicht besonders harte Böen. Also den Drachen auf der Wiese an 75-Dekanewton-Leinen angeknüpft – und auch diesmal zeigten sich die bereits gewohnt guten Start- sowie angenehmen Flugeigenschaften. Jedoch waren die Geschwindigkeit sowie der Druck etwas ­­größer und der Drachen zog mich immer weiter über die Wiese. Die etwas steiferen Leitkanten taten dem Speedster richtig gut. Zug und Geschwindigkeit waren deutlich höher als<br />
mit der Original-Bestabung.</p>
<p><strong>Fazit</strong><br />
Ein Anfängerdrachen für Neueinsteiger ist der Speedster nicht, dafür aber der Einstieg für speedhungrige Piloten mit etwas Erfahrung. Viele der Unarten, die man den Speedkites normalerweise nachsagt, weist dieser Kite nicht auf. Der Speedster hat ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis mit einem großen Geschwindigkeitspotenzial. Er ist ein preiswerter Speedkite für motivierte Speedkiting-Einsteiger. Ein Drachen, der erstaunlich schnell ist und eine Menge abkann, mit der Option zum Pimpen. Ein Kite für geringes Geld, der Spaß, Geschwindigkeit und Zug vereint und noch dazu hervorragend verarbeitet ist.</p>
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		<title>Teamplayer &#8211; Mitspieler gesucht!</title>
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		<pubDate>Wed, 16 Feb 2011 09:25:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lenkdrachen]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn ich gefragt werde, was für mich das Tollste, das Aufregendste, das man verzeihe mir den umgangssprachlichen, aber durchaus treffenden Ausdruck – Geilste und Schärfste ist, was ich je mit Drachen gemacht habe, so muss ich nicht lange nachdenken:&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="wp-content/files/lenkdrachen_0211/aufmacher.jpg" width="590" alt="" style="margin-top:-7px" /><br />
<strong>Wenn ich gefragt werde, was für mich das Tollste, das Aufregendste, das man verzeihe mir den umgangssprachlichen, aber durchaus treffenden Ausdruck – Geilste und Schärfste ist, was ich je mit Drachen gemacht habe, so muss ich nicht lange nachdenken: Teamfliegen! Es gibt nichts, was mir mehr Spaß gemacht hat und auch heute noch macht als das Teamfliegen.</strong></p>
<div id="bilder">
<img src="wp-content/files/lenkdrachen_0211/01.jpg" alt="" /><br />
<strong>Ausgiebige Trainings: spannende Stunden für Drachenfreunde</strong></p>
<p><img src="wp-content/files/lenkdrachen_0211/02.jpg" alt="" /><br />
<strong>So sieht „Balletttraining“ bei den jungen Herren aus </strong></p>
<p><img src="wp-content/files/lenkdrachen_0211/03.jpg" alt="" /><br />
<strong>Die Drei von Cloud Nine vor dem Wettkampf in Cuxhaven 1998</strong></p>
<p><img src="wp-content/files/lenkdrachen_0211/04.jpg" alt="" /><br />
<strong>Das Team Punchline aus Großbritannien im ausgedehnten Materiallager</strong>
</div>
<p>Und bevor es jetzt heißt: „Was hat denn dieser Zappeldrachenfuzzy sonst noch gemacht? Was außer Stäbchendrachen bewegen?“ Hier meine Antwort: Ich habe in der Tat seit dreizehn oder vierzehn Jahren Buggys, die ich sehr gerne fahre. Zusammen mit Angie, meiner Frau, baue und fliege ich leidenschaftlich gerne Einleiner – seien es kleine Vogeldrachen im Schwarm, große Stablose am Strand oder zappelige Kampfdrachen an einem lauen Sommerabend. Dennoch finde ich nichts so großartig wie das Bild, das drei, vier oder noch mehr Drachen abgeben, die sich synchron oder bewusst asynchron am Himmel bewegen. Dies ist ein Anblick, an dem ich mich regelrecht „besaufen“ kann.</p>
<p><strong>Startschuss</strong><br />
Von 1997 bis 2002 hatte ich diesen Genuss regelmäßig. Meine Freunde Fridolin Koch, Jörg Meister und ich gründeten damals das Team Cloud Nine, nachdem Frido und Jörg vorher lange Zeit mit dem Nürnberger Team Surf the Clouds geflogen waren. Ich kann mich noch bestens erinnern, wie wir zunächst immer wieder mit selbst gebauten SUL-Drachen (das Modell hieß Isis und war von dem Franzosen Pierre Marzin entwickelt worden) voller Genuss miteinander flogen, bevor wir im Herbst irgendwann unseren Satz Teamkites erhielten. Chill Out in Augsburg wurde unser Sponsor und stattete uns über die Jahre hinweg zu herrlich günstigen Konditionen mit bestem Material aus. </p>
<p>Im Herbst 1997 ging es dann also endlich richtig los: Mit unserem neuen Teamkite, dem Matrix von Flexifoil, von dem wir je drei Versionen hatten, stürzten wir uns mit noch mehr Elan ins Training. Jeden Freitag- und Sonntagnachmittag standen wir auf der Wiese; einmal in der Woche trafen wir uns abends bei Angie und mir daheim, um an Flugfiguren zu feilen und eine Präzisionsroutine zu schreiben. Da der Matrix im untersten Windbereich nicht gut genug „lief“ und der Isis zu nervös und hibbelig war, bauten meine Frau Angie und ich nebenbei noch einen Satz SUL-Drachen, die wir Abrakadabra nannten. Dieser Drachen besaß das Leitkantenprofil des Isis, Winglets wie ein Total Eclipse und eine Dreipunktwaage, die wir später aktivierten. Bis heute ist dieser Drachen mit 165 Zentimetern Leitkantenlänge und einem Gewicht von knapp um die 160 Gramm die Leichtwindwaffe schlechthin in meiner Drachentasche. Also hatten wir schließlich jeder vier Teamdrachen in der Tasche, dazu fünf oder sechs Leinensätze mit 38 oder 45 Metern Länge und eine unglaubliche Portion Enthusiasmus im Herzen. Wir trainierten bei Schnee, Eiseskälte, Matschwetter, Flaute oder Sturm. Ostern 1998 gönnten wir uns – rechtzeitig vor dem Saisonstart Anfang Mai in Zingst – eine Woche Trainingslager auf der dänischen Nordseeinsel Fanø. Dort vollendeten wir unser erstes Ballett zur Filmmusik von Medicine Man, einem Film mit Sean Connery. Wir trainierten am Strand bei waagerecht fliegendem Schnee, ohne dass uns kalt wurde. Ich kann mich bestens erinnern, dass Jörg, unser leichtgewichtiger Kommandomann, eine regelrechte Rampe in den Sand bauen musste, um sich gegen die immensen Zugkräfte des Vented Matrix zu stemmen. In die Sky-Shark-Stäbe unserer Starkwinddrachen hatten wir 6-Millimeter-Kohlefaserstäbe eingeschoben, um Gewicht, Schwungmasse und Steifigkeit weiter zu erhöhen. Mit Vorsegeln und Nappies (Windbremsen aus Gaze, die zwischen Waage und Flugleinen befestigt werden) versuchten wir, die Drachen zu bremsen, welche bei Winden jenseits der 50-Stundenkilometer-Marke doch sehr fix wurden. Ganz ehrlich: Alleine würde ich mich bei so einem Schietwetter niemals auf die Wiese oder an den Strand stellen. Mit den Jungs war das aber – sorry, schon wieder, ich weiß – einfach nur geil. Wenn wir in die Wärme des Ferienhauses zurückkamen, heißen Tee, kühles Bier oder knuspriges Gebäck zu uns nahmen, waren wir zufrieden und glücklich wie die Maus in der Backstube.</p>
<p><strong>Wettkampfzeit</strong><br />
Beim ersten Wettkampf in Zingst wurden wir Sechste, was damals einen Platz im Mittelfeld bedeutete. Wir konnten zufrieden sein, doch natürlich wollten wir mehr. Also wurde weiter trainiert, an den Routinen – das heißt an der Präzisionskür und am Ballett – gefeilt und natürlich geträumt. Im August kam dann der nächste Wettkampf: Cuxhaven – welch ein Drachenfest! Hier war alles einige Nummern größer. Aufseiten der Einleiner waren Stars wie Peter Lynn vor Ort, die den Himmel voll und bunt machten. Und die Konkurrenz bei den Teams war ebenfalls noch größer. Neben den deutschen Teams Fun Unlimited, Garuda, Abflug, Saranggola, HQ Junior Team, Reflex, Twist the Line, Sturmvögel und uns waren aus England Punchline und aus Schweden die Skyline Performers angereist. </p>
<p>Man stelle sich vor: Es ist Sonntagnachmittag, sozusagen Primetime auf dem Drachenfest. Einige Tausend Zuschauer stehen um die große, abgesperrte Demofläche in mehreren, dicht geschlossenen Reihen und warten, heiß gemacht von einem sachkundigen Moderator, darauf, dass es endlich losgeht, dass die Teams (der Moderator spricht von den „Königen des Drachenfliegens“) ihre Balletts fliegen und damit entschieden werden kann, wer den Nordcup gewinnt. Es ist das erste Mal, dass ich vor solch einer großen Kulisse fliegen soll, und dementsprechend nervös bin ich. Meine Handflächen schwitzen, während wir unsere Kites aufbauen. Alle Teams halten wenigstens zwei Sätze Drachen flugfertig bereit, damit sie flexibel auf möglicherweise eintretende Windschwankungen reagieren können. Auch wir präparieren den Standard- und den UL-Matrix. Eine schier unvorstellbare Menge an Hightech-Material liegt im für die Teams reservierten Bereich bereit, als es endlich losgeht und die ersten Kites zur Musik an den Himmel rauschen. Doch ich kriege von all dem nichts mit. Wir sind als letzte Starter ausgelost worden und stehen nun etwas abseits, um uns zu konzentrieren, mit Stöckchen noch einmal das Ballett durchzugehen und einfach nur cool zu bleiben. Jedes Mal, wenn ein Team ein riskantes Manöver fliegt, sich zwei Drachen gegenseitig berühren oder gar zum Absturz bringen, geht ein Raunen durch das dicht gedrängt stehende Publikum, und jedes Mal, wenn die Kites gelandet sind, brandet rauschend lauter Applaus zu uns herüber. </p>
<p><strong>Highlight oder Zitterpartie?</strong><br />
Schließlich ist es soweit. Wir gehen auf das Feld, unsere Freunde vom Team Abflug sind die Groundcrew, die die Drachen für uns trägt. Die Musik dröhnt aus den Lautsprechern, Jörg gibt das Kommando zum Start und alles geht wie von selbst. Wir fliegen wie in Trance, doch dann stürzt plötzlich Fridolin, der in ein Mauseloch getreten ist, zu Boden. Unsere Drachen ziehen gerade in diesem Augenblick in einer engen Formation über den Himmel, doch Fridos Kite zuckt nur kurz, dann hat er ihn am Boden liegend wieder unter Kontrolle. Auch während der Pilot sich hochrappelt, hält der Matrix, abgesehen von ein paar kleinen Wacklern, tadellos seine Spur. Es gibt Szenenapplaus, und wir fliegen wie im Rausch unsere Routine zu Ende. Als die Kites schließlich gelandet sind, klatschen die Zuschauer begeistert. Wir sinken uns gegenseitig in die Arme, sind stolz auf Frido und werden von Angie, die mit Wasserflaschen aufs Feld rennt, nass gespritzt. Natürlich galt der Applaus nicht uns allein, sondern allen Teams, die an diesem Tag wirklich eine beeindruckende Show geboten ­hatten. Dennoch: Seit diesem Augenblick, seit ein paar Tausend Menschen jubelten, nachdem wir unser Ballett beendet hatten, verstehe ich, warum die Rolling Stones um Mick Jagger auch als Über-60-Jährige noch auf der Bühne stehen. Welch ein Kick! Welch ein Adrenalinausstoß und was für eine Endorphinfreisetzung! Ich weiß, ehrlich gesagt, nicht mehr genau, auf welchem Platz wir schließlich landeten. Es war irgendwo im Mittelfeld, da wir bis zu den Podestplätzen noch viel Training vor uns hatten. Dennoch war Cuxhaven 1998 mein absolut aufregendster Wettkampf.</p>
<p><strong>Die Ansage!</strong><br />
Warum ich Euch das alles erzähle? Das hat zwei ganz einfache Gründe: Erstens ist Teamfliegen etwas, das man auch abseits des Wettkampffelds prima machen kann. Man braucht nur ein paar Gleichgesinnte, Drachen ähnlicher (besser jedoch natürlich gleicher) Bauart und gleich lange Leinen: Schon kann’s losgehen. Sogar mit Traction-Schirmen gleicher Größe könnte man theoretisch erste Schritte im Teamflug versuchen. </p>
<p>Zweitens liegt mir mein Chefredakteur schon seit Jahren in den Ohren, einen Teamflug-Workshop für KITE &#038; friends zu schreiben. Auch wenn mir nichts fernerliegt, als zu sagen, dass Chefredakteure nerven können, so bin ich mittlerweile der Hartnäckigkeit eines gewissen Jens Baxmeier erlegen: Dieser Artikel bildet also den Auftakt zu einem Workshop, der Euch während der nächsten Ausgaben hier in KITE &#038; friends erwartet.</p>
<p><strong>Text und Fotos: Paul May</strong></p>
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		<title>Große Namen… kleine Spaßmacher! &#8211;  Skydart und Powerhawk zum kleinen Preis</title>
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		<pubDate>Mon, 13 Dec 2010 10:58:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lenkdrachen]]></category>

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		<description><![CDATA[Alteingesessenen Lenkdrachenpiloten dürften die Namen der beiden Testobjekte bekannt vorkommen und so manche Erinnerung auslösen. Sowohl der Skydart von Wolkenstürmer als auch der Powerhawk von Colours in Motion besitzen altgediente Namensvettern. Diese sind aber mittlerweile vom Markt verschwunden, und&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="wp-content/files/lenkdrachen_0111/aufmacher.jpg" width="590" alt="Lenkdrachenlegenden" style="margin-top:-7px" /><br />
<strong>Alteingesessenen Lenkdrachenpiloten dürften die Namen der beiden Testobjekte bekannt vorkommen und so manche Erinnerung auslösen. Sowohl der Skydart von Wolkenstürmer als auch der Powerhawk von Colours in Motion besitzen altgediente Namensvettern. Diese sind aber mittlerweile vom Markt verschwunden, und so ist es nun an der Zeit, sich die neuen Namensträger einmal genauer anzuschauen.</strong></p>
<div id="bilder">
<img src="wp-content/files/lenkdrachen_0111/01.jpg" alt="" /><br />
<strong>Das Einsteiger-Duo in Startposition, bereit, dem Einsteiger zu Diensten zu sein</strong></p>
<p><img src="wp-content/files/lenkdrachen_0111/02.jpg" alt="" /><br />
<strong>Auch wenn er Power im Namen trägt – die Zugkräfte des Powerhawk bleiben stets im grünen Bereich</strong></p>
<p><img src="wp-content/files/lenkdrachen_0111/03.jpg" alt="" /><br />
<strong>Die großzügige Verstärkung des Kielbereichs am Skydart trägt den Wolkenstürmer-Aufnäher</strong></p>
<p><img src="wp-content/files/lenkdrachen_0111/04.jpg" alt="" /><br />
<strong>Mit Erklärung: die Waage­verstellung des Skydart. Nach den ersten Schritten kann das ­Fähnchen auch entfernt werden</strong></p>
<p><img src="wp-content/files/lenkdrachen_0111/05.jpg" alt="" /><br />
<strong>Präzise fliegen beide Probanden an hochwertigen Schnüren, dabei sorgt viel Segelbauchung für eine hohe Flugstabilität</strong></p>
<p><img src="wp-content/files/lenkdrachen_0111/06.jpg" alt="" /><br />
<strong>Ausreichend dimensioniert, trägt die Verstärkung der Powerhawk-Kielstababspannung das CiM-Logo</strong></p>
<p><img src="wp-content/files/lenkdrachen_0111/07.jpg" alt="" /><br />
<strong>Mit Segelmachernähten ist das Segel von CIM sauber und ordentlich zusammengefügt</strong></p>
<p><img src="wp-content/files/lenkdrachen_0111/08.jpg" alt="" /><br />
<strong>Alles ist für den erfolgreichen Erstflug vorhanden, doch die Investition in hochwertigere Flugschnüre ist bei beiden Kites eine sinnvolle Maßnahme</strong></p>
<p><img src="wp-content/files/lenkdrachen_0111/09.jpg" alt="" /><br />
<strong></strong>
</div>
<p>Neben den großen Namen besitzen die beiden Kites weitere Gemeinsamkeiten, angefangen bei ihrer Platzierung im unteren Einsteigersegment, der Bestabung mit Glasfaserstäben und der Auslieferung als RTF-Set. </p>
<p><strong>Skydart</strong><br />
Der Skydart von Wolkenstürmer ist dabei ein guter Bekannter, dem eine technische Überarbeitung und ein neues Design gegenüber der ersten Gene­­ration (Test in Sport &#038; Design ­Drachen 1/2009) mit auf den Weg gegeben wurden. In dem zweckmäßigen Köcher ist neben dem RTF-Set auch ein Lenk­drachenratgeber zu finden. Aus zehn Paneelen setzt sich das farbenfrohe Design zusammen, die alle mit einer ­breiten, geschlossenen Kappnaht sauber vernäht wurden. Die Leitkantentaschen sowie sämtliche Verstärkungen und auch die Nase sind aus Dacron gefertigt, wobei die Nase noch eine zusätzliche Verstärkung aus Gurtband erhalten hat. Leider sind die Verstärkungen der Stand-Off-Positionen im Gegensatz zu allen anderen Verstärkungen und Ausschnitten nicht heißgeschnitten, was ein ­Aufribbeln des Materials zur Folge hat. In den einfach umgelegten Saum ist eine Saumschnur eingezogen. Als Gerüstmaterial wurden 6-Millimeter-Glasfaserrohre verwendet, nur bei den Stand-Offs bestehen diese aus 3-Millimeter-Vollmaterial. Sorgfältig abgestoppte hauseigene Verbinder halten die Stäbe relativ locker; die obere Querspreize ist zur zusätzlichen Stabilisierung durch einen Gummiring mit dem Kielstab verbunden, verbleibt also auch beim Zusammenpacken des Kites an Ort und Stelle. Die Stäbe der zweigeteilten unteren Querspreize sind leider im Bereich des Mittelkreuzes, wo die Stäbe eine erhöhte Scherbelastung er­­fahren, nicht aufgefüttert. Während des Testzeitraums kam es bei den soliden GFK-Rohren aber zu keinerlei Stabbruch. </p>
<p>Beim Skydart findet eine Turbowaage Verwendung, die für relativ agiles Flugverhalten bei gleichzeitiger Stabilität in nahezu allen Fluglagen sorgt. Aus robuster, ummantelter Waageschnur geknotet, ist sie zudem mit einer Knotenleiter am oberen Querspreizenverbinder ausgestattet. Somit lässt sich der Drachen schnell an unterschiedliche Windbedingungen anpassen und ein am Waageschenkel angebrachtes Fähnchen erklärt auch direkt, welcher Knoten für welche Bedingungen zuständig ist. Die Verarbeitung ist der Preiskategorie angemessen und dürfte für lange Flugfreuden sorgen.</p>
<p><strong>Powerhawk</strong><br />
Etwas kleiner, etwas teurer, aber ebenso mit einem großen Namen versehen: Nun ist der Powerhawk an der Reihe, genauer vorgestellt zu werden. In einem sehr schönen und robusten Köcher mit Trageschlaufe verweilt er zwischen seinen Flugeinsätzen, ebenso wie die beiliegenden Flugschnüre mit Schlaufen und die zweisprachige Flug- und Aufbauanleitung. Erhältlich in drei verschiedenen Farbkombinationen, liegt uns die Variante mit dem Zusatz „1C“ vor, die neben Schwarz und Weiß ein kräftiges Rot aufweist. Das sehr gelungene und harmonische Design aus zwölf Paneelen ist einwandfrei in Segelmachernaht ausgeführt. Die Ecken werden durch Segellatten in den Winglets ausgestellt, die auch beim Zusammenlegen im Kite verbleiben. An allen strapazierten Stellen sowie für die Leitkantentaschen kommt auch hier Dacron zum Einsatz, wobei alle Ausschnitte und Verstärkungen sinnvoll dimensioniert und heißgeschnitten sind. Robustes Gurtband verstärkt die Nase zusätzlich. Auf eine Saumschnur wurde beim doppelt umgelegten Saum verzichtet. Auch für den Powerhawk werden für das Gestänge 6-Millimeter-GFK-Rohre verwendet, mit Ausnahme der Stand-Offs und der Segellatten. Dabei haben die vertrauenerweckenden Verbinder das Gestänge jederzeit fest im Griff, und im Bereich des Mittelkreuzes ist die untere Querspreize mit Inlets versehen. Schraubbare Stand-Off-Halter sorgen segelseitig für eine robuste Verbindung, die zudem das Verheddern von Leinen vermeidet. Eine klassische Dreipunktwaage aus ummantelter Waageschnur stellt den Kontakt zu den Flugschnüren her, jedoch ohne Knotenleiter. Eine Verstellung der Waage war aber im Lauf des Testzeitraums auch nicht nötig. Ein kleines Verarbeitungsschmankerl entdeckt man erst auf den zweiten, wenn nicht gar erst auf den dritten Blick: Öffnet man die Klettabspannung des Kielstabs, ­sieht man, dass sogar die Stirnseiten des Hakenbands, durch das der Stab noch geführt wird, mit Dacron eingefasst worden sind. Verarbeitungstechnisch bewegt sich der Powerhawk auf einem Niveau, das auch manch hochpreisigen Kites gut zu Gesicht stehen würde.</p>
<p><strong>Himmelspfeil</strong><br />
Nun müssen wir uns aber den Flugeigenschaften widmen. Die Flugbereitschaft des Skydart ist schnell hergestellt, und der Start gestaltet sich sehr einfach, nur fällt direkt auf, was sich schon beim Ab­­­wickeln der Flugschnüre abgezeichnet hat: Für den Skydart ist eine Leinenstärke von bis zu 75 Deka­newton angegeben, rein optisch würde man dem beiliegenden Exemplar aber ohne Weiteres eine ­doppelt so hohe Bruchlast zugestehen. Das merkt man im Flug recht deutlich, und den unteren Windbereich mit der Schnur zu erfliegen gestaltet sich sehr schwierig, wenn nicht gar unmöglich. Nach den ersten Flugübungen bietet sich somit eine Umrüstung auf dünnere Schnüre an. Diese sind nun für weitere Flüge angeknüpft, und der Skydart mit 185 Zentimetern Spannweite zeigt sich sogleich als agiler, aber nicht nervöser Vertreter seiner Gattung. Fluggeschwindigkeit sowie Drehverhalten sind einsteigerkompatibel und es fällt sehr schwer, den Kite in eine Fluglage zu bringen, die einen Absturz zur Folge hätte. Richtig wohl fühlt sich der Himmelspfeil ab guten drei Beaufort. Durch den lockeren Sitz der Stäbe springen diese leider bei unbeabsichtigten Bodenkontakten und auch bei etwas heftigeren Landungen aus den Verbindern, sodass vor einem Neustart der Weg zum Kite auf dem Programm steht. Sicherlich wird durch das Herausspringen der Stäbe aus den Verbindern beim Absturz Energie absorbiert, aber etwas fester dürften sie schon sitzen. Mit einer Wicklung aus transparentem Klebeband ist schnell Abhilfe geschaffen. Ab oberen 4 Windstärken zeigt der Skydart dann durch ein starkes Verformen der Leitkanten und Flügelschlagen an, dass er nicht zwingend mehr Wind haben möchte.</p>
<p><strong>Kraft-Falke</strong><br />
30 Zentimeter weniger Spannweite bringt der ­Powerhawk mit auf die Wiese und in die Luft. Der Start ist problemlos, wenn obere 2 Beaufort oder mehr vorherrschen. Erwartungsgemäß liefert er etwas weniger Feedback als der Skydart, was angesichts der Spannweitendifferenz nicht wundert. Trotzdem lässt er sich souverän durch das Windfenster manövrieren und bringt auch die für Einsteiger notwendigen unaufgeregten Flugeigenschaften mit, ohne dabei jedoch träge zu wirken. Das mitgelieferte Leinenpaar von 25 Meter Länge harmoniert im Windbereich bis zu mittleren 4 Beaufort gut mit dem Kite, darüber macht sich aber starke Dehnung bemerkbar. Man spürt richtig, wie sich mit einer einfallenden Böe eine oder beide Schnüre dehnen, was auch zu einem unbeabsichtigten Absturz führen kann. Somit bietet sich auch hier, zumindest für den oberen Windbereich, für den der Powerhawk ja auch vorgesehen ist, der Umstieg auf eine hochwertigere Schnur an. Dann kann er auch bei kräftigem Wind seine Qualitäten ausspielen: zügiger Flug, agiles Kurvenverhalten und jederzeit beherrschbare Zugkräfte. Die tiefe Ausstellung des Segels durch den Stand-Off sorgt für eine jederzeit stabile Flugposition und limitiert zudem auch die Maximalgeschwindigkeit. Somit steht einer Erkundung der Windbereiche bis 6 Windstärken durch den geneigten Einsteiger nichts im Weg – mit dem Powerhawk hat er stets einen verlässlichen Wegbegleiter an den Leinen. Auch provozierte Abstürze blieben dank des weichen Gestänges ohne Folgen.</p>
<p><strong>Preis-Leistung</strong><br />
Für 21,95 Euro erhält man mit dem Skydart „viel“ Kite für wenig Geld – ideal für alle, die mit minimalstem finanziellen Aufwand in das Hobby hineinschnuppern wollen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist ebenso wie die Verarbeitung stimmig, günstiger gelingt der Einstieg kaum. Investiert man etwas mehr, sprich 29,90 Euro, erhält man von Colours in Motion einen etwas kleineren Einsteiger-Kite, der dafür aber in Sachen Ausführung und Materialwahl punkten kann und auch in höheren Windbereichen einfaches Flugvergnügen ermöglicht. Und da beide Kites nicht wirklich teuer sind, dürfte genügend Geld für ein hochwertigeres Leinenset übrig bleiben, welches beide Modelle deutlich aufwertet.</p>
<p><strong>Text: Mathias Cornelißen<br />
Fotos: Vanessa Herf, Mathias Cornelißen</strong></p>
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		<title>Lenkdrachen-Legenden &#8211; Das nennt man Wiederauferstehung</title>
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		<pubDate>Tue, 19 Oct 2010 09:39:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lenkdrachen]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="wp-content/files/lenkdrachen_0610/aufmacher.jpg" width="590" alt="Lenkdrachenlegenden" style="margin-top:-7px" /><br />
<strong>Manche Dinge sind Stilikonen, stehen für eine Epoche und werden zu Klassikern. Das gibt es in der Musik und bei Filmen genauso wie bei Gegenständen. Bei Uhren ist dies beispielsweise die Da Vinci von IWC, bei Autos der klassische 911er-Porsche oder ein Pagode-SL von Mercedes-Benz. Die Liste lässt sich – je nach Geschmack, Geldbeutel und persönlichen Präferenzen – beliebig fortsetzen. Bei Drachen gibt es ebenfalls echte Klassiker. Drei davon haben wir uns für Euch diesmal näher angesehen. Es sind die von den Lesern von KITE &#038; friends im Jahr 2002 zum 25-jährigen Geburtstag des ersten Lenkdrachens von Peter Powell – der Lenkdrachenlegende überhaupt – gewählten Modelle.</strong></p>
<div id="bilder">
<img src="wp-content/files/lenkdrachen_0610/01.jpg" alt="" /><br />
<strong>Der Jam Session – hier das Retro-Modell – war für die Verbreitung des Trickflugs ein wichtiger Meilenstein</strong><br />
<img src="wp-content/files/lenkdrachen_0610/02.jpg" alt="" /><br />
<strong>Fachredakteur Paul May schwelgt in Erinnerungen</strong><br />
<img src="wp-content/files/lenkdrachen_0610/03.jpg" alt="" /><br />
<strong>Optisch markant wie kein anderer: der Tramontana in der 2010er-Retro-Version</strong>
</div>
<p>Doch bevor wir uns ans Testen machen, ans Wiegen, Messen, Nähteuntersuchen oder ans Beschreiben der Eckenpräzision, des Windbereichs und der Trickfreudigkeit, seien mir noch ein paar persönliche Zeilen sowie auch allgemeine, drachenhistorische Worte gestattet. Okay? Danke!</p>
<p><strong>Jüngster Spross</strong><br />
Fangen wir mit dem jüngsten Drachen an, dem Jam Session. Der Jam Session ist vermutlich der Sport­lenkdrachen, der sich weltweit am besten verkauft hat. Als er 1996 auf den Markt kam, schlug er ein wie eine Bombe. Mein Vorgänger beim Drachenmagazin, Paul Kappel, bescheinigte ihm in der Ausgabe 1/1996 gute Eckenpräzision und Teamflugeignung sowie sehr gute Kreispräzision und Trickflugtauglichkeit. Aus dem Fazit des mittlerweile über 14 Jahre zurückliegenden Tests war deutliche Begeisterung für den von Christoph Fokken und Dodd Gross entwickelten Jam Session herauszulesen. Dodd Gross war zu der Zeit, in den 90er-Jahren, der Mann, der die Trickflugwelle so richtig ins Rollen brachte. Dies tat er zum einen durch seine Flight-School-Videos (bei denen der Jam Session eine Hauptrolle spielte), zum anderen durch seine unermüdliche Schulungstätigkeit. Unzählige Piloten erlernten mit Dodds Hilfe ihre ersten Stalls und Axels, Fades und Flic Flacs. Übrigens: Damals lag dem Jam Session eine VHS-Kassette bei, das so genannte „Performance Video“, in dem Dodd Gross zeigte, was mit einem Kite so alles machbar war. Dieser Film befindet sich bis heute in meiner Sammlung, auch wenn der Videorekorder nicht einmal mehr am Fernseher angeschlossen ist. Der Jam Session war auf jeden Fall in meinen Augen ein „Must Have“, er war fester Bestandteil vieler Drachentaschen und immer wieder die erste Wahl, wenn es darum ging, einen neuen Move einzuüben. Und natürlich befand sich der Jam Session in der damals exklusiven White-Rainbow-Version auch in meiner Drachentasche. Was aus ihm wurde, erfahrt ihr gleich.</p>
<p><strong>Großer Klassiker</strong><br />
Der Tramontana ist ein Jahr älter als der Jam Session, er stammt aus dem Jahr 1995 und sorgte bei seinem Erscheinen für erbitterte Diskussionen. Warum? Das lag an den damals noch revolutionären Segelmachernähten, die erstmals bei einem Seriendrachen eingesetzt wurden. Bis zum Tramontana hatte man im Drachenbau ausschließlich mit Kappnähten gearbeitet, die die Umsetzung runder Segeldesigns schwierig, wenn nicht gar unmöglich machten. Und nun kam HQ-Kites mit einem Drachen auf den Markt, bei dem die einzelnen Paneele einfach mittels eines Dreipunkt-Zickzackstichs aufeinandergenäht wurden. „Das kann nicht halten!“, „Das wird reißen!“, „Die Kanten werden – heißgeschnitten oder nicht – ausfransen!“ All diese Einwände sind, wie wir heute wissen, Nonsens. Die Segelmachernaht hält, und der Tramontana fliegt immer noch.</p>
<p>Übrigens: Ich kann mich noch ganz genau an den Moment erinnern, in dem ich den Tramontana eines Bekannten erstmals an den Leinen hatte. Der Wind kam aus Osten und war eher frisch, was auf meiner Lieblingswiese gleichbedeutend mit hässlichen Böen ist. Doch der Tramontana bügelte über die Böen hinweg, dass es eine Freude war. Stalls und vor allen Dingen der Sideslide, der für mich damals (und heute) einer der tollsten Moves überhaupt ist, klappten wie am Schnürchen. Diesen Drachen musste ich haben! Die 400 Deutsche Mark, die der Tramontana damals kostete, waren für mich als Student sehr viel Geld, doch ein paar Wochen später hatte ich den „Tramo“ in der Tasche.</p>
<p>Da mir sowohl Tramontana als auch Jam Session viel bedeuteten, habe ich beide Drachen nicht verkauft. Ich habe sie Menschen geschenkt, die mir noch mehr bedeuteten oder immer noch bedeuten als Drachen. Menschen, die mir das Drachenfliegen wieder ermöglichten. Wie manche von Euch vielleicht wissen, verlor ich 1999 bei einem schrecklichen Verkehrsunfall den rechten Unterarm. In einer spektakulären Operation konnte der Arm replantiert (sprich: wieder „angebaut“) werden, und ich musste in der Folgezeit viel üben, damit er wieder funktionierte. Dabei halfen mir ein toller Ergotherapeut und eine fantastische Krankengymnastin in der Klinik auf unglaubliche Weise. Der Therapeut fliegt nun Jam Session, die Krankengymnastin Tramontana. Zudem hat die Tramontana-Besitzerin übrigens einen guten Freund und Ex-Teamkollegen geheiratet. Drachenschicksale!</p>
<p><strong>Echter Meilenstein</strong><br />
Der Revolution! Das ist der Innbegriff eines Vierleiners. Der „Zen“, den wir Euch in dieser Ausgabe vorstellen, ist eine konsequente Weiterentwicklung des klassischen Revolution 1 durch John Barresi und Bazzer Poulter, die beide beim Vierleiner-Team iQuad fliegen. Herausgekommen ist ein Leichtwind-Rev, der … doch halt! Wir wollen dem Test nicht vorgreifen.</p>
<p>Auch zum Revolution 1 habe ich eine ganz besondere Beziehung. Wir schreiben das Jahr 1994. Meine heutige Frau und damalige Freundin Angie und ich studieren beide. Wir sind stets knapp bei Kasse, aber hoffnungslos der Drachensucht verfallen. Und in einem Nürnberger Drachenladen hängt zum Preis von 499 DM ein 1er-Rev in Pink und Schwarz unter der Decke, den wir uns leider nicht leisten können, da sonst der Urlaub ausfällt. Welch ein Dilemma! In diesem Jahr konnten wir uns mit Ach und Krach einen Kurztrip nach Kühlungsborn an die Ostsee leisten. Auf dem Rückweg nach Franken machten wir einen Umweg über das Münsterland und Gronau, um dort jeweils einige Besuche abzustatten. Zudem wollten wir von Gronau aus noch für ein paar Tage nach Holland. Dort besuchten wir meine Tante Marlies und Onkel Paul, ein älteres Ärzte-Ehepaar, das uns sehr gastlich aufnahm und die Gegend zeigte. Mit Onkel Paul fuhren wir am Tag vor der geplanten Weiterreise zum Markt nach Enschede. Ein herrlicher Markt – und ganz anders als das, was wir aus dem Süden kannten. Als wir zurück zum Auto gingen, steckte Onkel Paul Angie ein paar Scheine zu: „Damit Ihr es Euch in Holland gut gehen lassen könnt.“ Wir bedankten uns artig und sahen erst später nach, wie viel Geld das war – 500 DM! Abends im Bett beschlossen wir, dass Holland auch in ein paar Jahren noch ein schönes Land sein würde, dass daheim in Nürnberg aber ein Revolution unter der Decke des Drachenladens hing und auf Befreiung wartete. Zwei Tage später durfte er dann erstmals an die frische Luft … Es folgten ein Herbst und ein Winter, in denen ich fast ausschließlich Revolution flog. In den Niederlanden waren wir aber, auch wenn wir mittlerweile verschiedenste Vierleiner in unseren Taschen hatten und haben, seitdem nicht mehr.</p>
<p><strong>Text und Fotos: Paul May</strong></p>
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		<title>Ideengeber des Sports &#8211; Interview mit Christoph Fokken</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Aug 2010 07:41:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lenkdrachen]]></category>

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		<description><![CDATA[Mancher kennt seine Modelle aus den glorreichen 90ern des Drachensports, etwa Tramontana, Jam Session oder Symphony. Neben tollen Stablenkdrachen und Einleinern wie dem KIRK machten Christoph Fokkens Speed-Matten wie Lycos und Wasabi unter dem Label Spiderkites jüngst von sich&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="wp-content/files/lenkdrachen_0510/aufmacher.jpg" width="590" alt="Christoph Fokken" style="margin-top:-7px" /><br />
<strong>Mancher kennt seine Modelle aus den glorreichen 90ern des Drachensports, etwa Tramontana, Jam Session oder Symphony. Neben tollen Stablenkdrachen und Einleinern wie dem KIRK machten Christoph Fokkens Speed-Matten wie Lycos und Wasabi unter dem Label Spiderkites jüngst von sich reden. Wir fragten nach:</strong></p>
<div id="bilder">
<img src="wp-content/files/lenkdrachen_0510/01.jpg" alt="" /><br />
<strong>Auch nach Jahren geht Christoph mit Freude und Begeisterung an das Konstruieren von Drachen heran</strong><br />
<img src="wp-content/files/lenkdrachen_0510/02.jpg" alt="" /><br />
<strong>Seine Kleinserien, wie er Atrax 0,65 sind exklusiv bei <a href="http://www.spiderkites-shop.de" target="_blank">www.spiderkites-shop.de</a> zu bekommen</strong>
</div>
<p><strong>KITE &#038; friends:</strong> Hallo Christoph! Du bist einer der bekanntesten Drachen- und Windspiel-Designer und hast zahlreiche Kultdrachen wie zum Beispiel den Tramontana entwickelt – wie bist Du überhaupt zum Drachenbauen gekommen?<br />
<strong>Christoph Fokken:</strong> Mein Vater ist gebürtiger Borkumer. Da liegt es nahe, dass ich schon als Kind immer wieder mit einfachen Drachen zu tun hatte. Da diese damals meist aus Kunststoff oder Holz waren und nicht gerade viel Wind vertrugen, mussten sie ständig repariert werden. Ich half meinem Vater damals bei den Reparaturen. Irgendwann fing ich an, direkt nach dem Kauf Verstärkungen anzubringen und die Drachen zu verbessern. Später, während der ersten großen „Drachenboom-Zeit, kam ich dann dazu, neben meinem Studium in Drachenwerkstätten und Drachenläden im Ruhrpott zu arbeiten. Das war eine richtig tolle Zeit damals! Von dort aus zog es mich dann zu zahlreichen weiteren Drachenmanufakturen, auch im Ausland. </p>
<p><strong>K&#038;f:</strong> Seit 2005 bist Du als freier Drachendesigner und Consultant tätig?<br />
<strong>Christoph:</strong> Ja, nachdem ich 14 Jahre bei Invento-HQ als Chefentwickler tätig war, fühlte ich, dass es weitergehen musste. Seither berate ich mehrere Drachenhersteller zu ihrer Produktion und kümmere mich auch um den Herstellungsprozess in den jeweiligen Herstellerländern. </p>
<p><strong>K&#038;f:</strong> Du hast auch eine eigene Marke: „Spiderkites“?<br />
<strong>Christoph:</strong> Ebenfalls seit 2006 bieten wir unter dem Logo Spiderkites Sportlenkdrachen für Anfänger bis Profis an. Ziel war es, qualitativ hochwertige Drachen zu einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis anzubieten. </p>
<p><strong>K&#038;f:</strong> Wir haben gesehen, dass Spiderkites über Wolkenstürmer in Hamburg vertrieben wird. Wie kam es dazu?<br />
<strong>Christoph:</strong> Wolkenstürmer bot sich dafür einfach gut an, da ich auch seit einiger Zeit für die Firma als Consultant tätig bin. Mit Wolkenstürmer konnten wir zahlreiche Händler erreichen, um Spiderkites näher an den Kunden zu bringen. </p>
<p><strong>K&#038;f:</strong> Uns ist aufgefallen, dass sich die Qualität bei Wolkenstürmer-Produkten seit Beginn der Zusammenarbeit mit Dir stark verbessert hat und inzwischen der anderer namhafter Hersteller in nichts mehr nachsteht. Was war Deine Rolle dabei?<br />
<strong>Christoph:</strong> Wolkenstürmer lässt, ebenso wie andere bekannte Hersteller, die ich berate, einen Großteil der Produkte nun in China in einer bestimmten Fabrik herstellen. Ich habe mich auch vor Ort stark darum gekümmert, dass die Produktion nun qualitativ gute Produkte liefert. Das Problem dabei ist, zu sehen, was die Leute dort können, welche Stärken und Schwächen sie haben und daraus ein Konzept zu kreieren, das funktioniert. Dies ist zugegebenermaßen nicht immer einfach, weshalb auch ein Teil der hochwertigen Produkte in Europa gefertigt wird. </p>
<p><strong>K&#038;f:</strong> Seit Kurzem ist auch der, übrigens unserer Meinung nach sehr gut gelungene, neue Spiderkites-Webshop offen (<a href="http://www.spiderkites-shop.de" target="_blank">www.spiderkites-shop.de</a>). Dabei ist uns aufgefallen, dass neben den neuen Produkten wie Atrax 2, Wasabi und Tarantula auch handgefertigte Spiderkites angeboten werden?<br />
<strong>Christoph:</strong> Richtig! Die Idee dahinter war, den Kunden, wenn sie dies wünschen und bereit sind, den Mehrpreis dafür zu zahlen, Drachen auf höchstem Fertigungs-Niveau anzubieten. Dabei ist es auch möglich, Sonderwünsche zu realisieren, welche aus der normalen Produktion heraus undurchführbar wären. </p>
<p><strong>K&#038;f:</strong> Heißt das, dass Du neben freier Farbwahl auch besondere Kites wie beispielsweise die Speed-Matte Lycos anbietest, um bei Wettkämpfen damit teilnehmen zu können?<br />
<strong>Christoph:</strong> (*lacht*) Ja, die Matte würde mit einer speziellen Metallfolie versehen werden, damit der Radarstrahl sie überhaupt erfassen kann. Wer es will, bekommt die Matte dann auch aus Polyester- anstelle von Nylontuch. Dem Kunden muss im diesem Fall allerdings klar sein, dass eine solche Matte aufgrund des Tuchs mit größerer Vorsicht zu fliegen ist als eine weichere aus der Serie. </p>
<p><strong>K&#038;f:</strong> Du bist seit Anfang der Speedkite-Wettkämpfe Sponsor von <a href="http://www.speedkiting.eu" target="_blank">www.speedkiting.eu</a> und nimmst selbst an den Wettkämpfen teil?<br />
<strong>Christoph:</strong> Ich fand die Idee einfach großartig. Mir gefallen besonders die Spontanität und der freundlich-lockere Ablauf der Wettkämpfe. Das erinnert mich an die Anfänge meiner STACK-Wettkampfzeit, an die ich immer gerne zurückdenke. Da hat noch jeder an seinem Equipment gefrickelt bis zum „Gehtnichtmehr“, hier ist das genau so. Natürlich bieten die Speedkite-Wettkämpfe auch optimale Bedingungen, um meine Produkte am Limit zu testen. Ich kann damit für die spätere Serie zahlreiche Erkenntnisse sammeln. Auf das gute Abschneiden der Lycos bin ich sehr stolz und die Matte wird von den Kunden hoch geschätzt, was mich sehr freut.</p>
<p>Interview: Mark Rauch<br />
Fotos: Stefanie und Mark Rauch</p>
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